Mit „Wer will fleißige Handwerker sehn“ hatten die Jungen und Mädchen des Kindergartens Hainchen zum Richtfest für den Neubau genau das richtige Lied ausgesucht. Das Haus entsteht exakt an der Stelle des Vorgängerbaus. Und wie Recht die Kinder hatten, war den Kleinen vermutlich gar nicht so bewusst. Denn fleißig waren die Handwerker allemal, obwohl das Wetter nicht immer mitspielte. Daran erinnerte Limeshains Bürgermeister Adolf Ludwig auf der Feier für die Kinder, Erzieherinnen, Mitarbeiter der Verwaltung, Architekten und der am Bau beteiligten Firmen.
Im Mai hatten die Arbeiten begonnen. „Wenn es weiter so gut vorangeht, ist das Haus im November bezugsfertig“, sagte Ludwig. Dann hat die beengte Notlösung im Dorfgemeinschaftshaus endlich ein Ende. 850.000 Euro kostet der Neubau, 210.000 Euro werden vom Bundesinvestitionsprogramm und der Rest mit einem KfW-Kredit abgedeckt.
Zunächst war ein Anbau an das 1974 errichtete alte Kindergartengebäude geplant, weil aufgrund der gesetzlich geforderten Aufnahme von Kindern unter drei Jahren Platz benötigt wurde. Bei der Planung stellte man jedoch fest, dass der Estrich nass war. Ein neuer Estrich samt Dämmung hätte dauerhaft dem Haus derart viel Schaden zugefügt, dass eine Sanierung nichts mehr gebracht hätte. Auf einer Ende 2009 einberaumten Sondersitzung der Gemeindevertreter wurden schließlich der Abriss des alten Gebäudes und ein Neubau beschlossen. Ludwig ist sich sicher: „Das war eine gute Entscheidung zum Wohle der Gemeinde und ihrer Kinder.“ An der Konzeption wurden die Erzieherinnen beteiligt. Neueste pädagogische Erkenntnisse fanden Einzug in die Planungen. Das neue Gebäude wird barrierefrei errichtet und soll generationenübergreifend genutzt werden. Der Kindergarten ist mit einem Passivhaus zu vergleichen. Laut Ludwig sollen so Energiekosten gespart werden.
Die Nutzfläche umfasst 600 Quadratmeter (vorher 440). Ein großer, Licht durchfluteter Spielflur, vier Gruppenräume, ein Mehrzweckraum, ein Raum für das Personal und einer für die Leiterin, ein Werkraum, ein Elterntreff, ein Matschraum für die Kinder, die Küche, der Raum zum Essen und ein Schlafraum finden dort Platz. Die Einrichtung bietet damit den Kindern im Alter von einem bis zehn Jahren - in Hainchen wurde vor einigen Jahren auch ein Hort für Grundschulkinder eingerichtet - genug Platz.
Der Kindergarten ist für maximal 89 Kinder konzipiert. 14 Plätze sind für Kinder unter drei Jahren vorgesehen, wobei in Hainchen zurzeit Kinder ab dem zweiten Lebensjahr mitbetreut werden. 80 Kinder besuchen aktuell die Einrichtung. Zum Vergleich: In Rommelhausen werden Kinder ab dem ersten Lebensjahr betreut, und in der Himbacher Einrichtung gibt es eine gemischte Gruppe mit 20 Kindern, davon sind sechs unter drei Jahren.
Adolf Ludwig dankte der Architektin Petra Steinhöfer-Rüdiger von der Verwaltung mit ihren Kollegen Günther Schneider und Klaus Schäfer für die gute Arbeit ebenso wie den bisher am Bau beteiligten Firmen Fassbinder (Büdingen) sowie Winterling und Radandt (Limeshain), den Fachingenieuren und den Arbeitern für die gute Zusammenarbeit und den reibungslosen Ablauf. Auch für die weiteren Gewerke habe man hauptsächlich ortsansässige Firmen gefunden, erklärte er. Den Richtspruch hielt Steffen Winterling, Juniorchef der gleichnamigen Firma. |