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Bildliche Eindrücke zur Maßnahme "Limeswachtturm"

Folgend möchte die Gemeinde Limeshain das Projekt "Limeswachtturm" bildlich darstellen.
Hier kann sich jeder einen kleinen Überblick über die Entwicklung der Maßnahme machen.

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Der Wachtturm soll das touristische Angebot abrunden

„Das sieht ja inzwischen richtig gut aus.“ Stine Kockrick, Vorsitzende des Geschichts- und Kulturvereins Limeshain (GKL), und Kreisarchäologe Dr. Jörg Lindenthal begutachten den Fortschritt der Rekonstruktion des Limeswachtturms im Wald bei Rommelhausen. Fast drei Meter ragen die Mauern aus Basaltstein mittlerweile in die Höhe. „Das erste Geschoss ist fast fertig“, stellt Lindenthal mit einem Blick nach oben fest.

Zehn Meter hoch wird der Wachtturm im nächsten Jahr nach seiner Fertigstellung sein und seinen Vorgängern so original wie möglich entsprechen. Gefördert mit EU-Mitteln und orientiert an der aktuellen Forschung, wird der Turm weitgehend authentisch errichtet. Ein Teil des Gebäudes wird in einem archäologischen Experiment mit antiken Techniken erstellt.

Mit dem Schlagwort „experimentelle Archäologie“ und unter den Augen von Lindenthal und dem Limesbeauftragten Thomas Becker vom Landesamt für Denkmalpflege luden die Gemeinde Limeshain und der GKL bereits im vergangenen und in diesem Jahr geschichtlich Interessierte ein, mitzuerleben, wie die einzelnen Gewerke entstehen. Rekonstruierte Werkzeuge aus der Römerzeit kommen dabei regelmäßig zur Verwendung, gemessen wird in römischen Fuß (29,6 Zentimeter) mit einem eigens erstellten Maßband. Die Basaltsteine, die aus Wetterauer Steinbrüchen kommen, werden mit Kalkmörtel zu einer Mauer verfugt. Außerhalb der Aktionstage sind Arbeiter der Baufirma Wenzel am Werk.

Natürlich erfolge nicht jeder Arbeitsschritt nach altem Vorbild, denn das würde die Kosten in unermessliche Höhe treiben, räumt Lindenthal ein. Auch wegen baurechtlicher Vorschriften müssten immer wieder Kompromisse eingegangen werden.

Am Ende besteht der Turm aus drei Geschossen. Im Unteren war damals die Vorratskammer, die über das zweite Geschoss durch eine Leiter zu erreichen war, denn der Turm selbst konnte wiederum nur über den ersten Stock, ebenfalls mit einer Leiter, bestiegen werden. Dort hatten die römischen Wachmänner einen Aufenthalts- und Ruheraum. Vom oberen bedachten Geschoss beobachteten die Römer das römisch-germanische Grenzgebiet. Das obere Stockwerk erhält einen hölzernen Balkon, der rund um den viereckigen Turm verläuft.
Im Gegensatz zu seinen Vorgängern hat dieser Turm jedoch einen Eingang in das Untergeschoss. Der liegt an der hinteren Seite und kann von vorne nicht eingesehen werden, um das Bild nicht zu stören, erklärt der Kreisarchäologe. Durch diesen Eingang sollen Besucher in den Turm geführt werden, der innen eine Treppe erhält, die aus Sicherheitsgründen mit einem Geländer versehen ist.

Der Nachbau soll aber nicht nur der Unterhaltung dienen. Kreisarchäologe Lindenthal erhofft sich vor allem Erkenntnisse darüber, wie viele Männer für den Bau eines steinernen Wachtturms benötigt wurden und wie lange die Römer an einem Turm bauten. Jedes Detail beim Bau wird sorgsam dokumentiert und später ausgewertet werden.

Noch im Herbst soll ein weiterer Aktionstag stattfinden, kündigt Kockrick an, die sich mit ihren Mitstreitern aus dem Verein engagiert für das Projekt einsetzt. Dann soll der Transport der Steine mit einem Viehfuhrwerk erfolgen. Zuvor wird der Turm mit einem Gerüst aus Eichenholz versehen, damit die Bauarbeiten fortgesetzt werden können, sagt Lindenthal. „Unser Ehrgeiz ist es, ein Holzgerüst zu bauen, wie es auch die Römer nutzten“.

Bereits jetzt ist der Turm, der geschützt hinter einem Zaun entsteht, eine Attraktion für Spaziergänger und Radfahrer, die den nahe gelegenen Limesradweg nutzen. „Wenn der Turm fertig ist, rundet er das touristische Angebot der Region ab“, sagt Lindenthal unter Verweis auf Keltenmuseum, Vulkanradweg und Bonifatiusroute sowie das Projekt Archäologielandschaft Wetterau.

Quelle: Kreis-Anzeiger 05.08.2011

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"Hier soll Geschichte erlebbar werden"

„Ihr Interesse zeigt, dass der Bau was ganz Besonderes ist.“ Limeshains Bürgermeister Adolf Ludwig freute sich über die große Resonanz auf die Grundsteinlegung für den Bau des Limeswachtturms. Wie schon bei den vergangenen Aktionen zur Rekonstruktion des Turmes waren wieder zahlreiche Bürger, Vertreter der Gemeindegremien sowie der Landes- und Kreisarchäologie in das Waldstück bei Rommelhausen gekommen, wo auf einer Lichtung der Limeswachtturm teilweise in experimenteller Archäologie nachgebaut wird.

In den Ansprachen wurde das Engagement der vielen Ehrenamtlichen gewürdigt, die sich an dem Projekt, das auf drei Jahre angelegt ist und im nächsten Jahr fertig sein soll, beteiligen. Gleichzeitig betonten die Redner die touristische Bedeutung des Turms für die Region.

Rund einen Meter hohe Mauern, die ein Viereck bilden, lassen inzwischen erkennen, dass dort ein Turm entsteht. Dieser wird aus drei Ebenen - einem Lager-, einem Wohn- und einem Arbeitsraum - bestehen. 100 Tonnen Basalt wurden bereits vermauert. Wenn der rund zehn Meter (oder 34 Fuß) hohe Turm fertig sein wird, wird er 500 Tonnen schwer sein. Jeweils sechs Meter (20 Fuß) sind die Mauern breit. Die Decken und Dachkonstruktionen werden aus Eichenholz errichtet, das Dach mit Schiefer gedeckt. Insgesamt kostet die Rekonstruktion 238.000 Euro. Über EU-Fördergelder wird das Projekt mit 120.000 Euro bezuschusst. 30.000 Euro, unter anderem von der OVAG, der Sparkasse Oberhessen, dem Geschichts- und Kulturverein Limeshain (GKL) und von Wolfgang Wefers, stellvertretender Vorsitzender des GKL, seien bislang an Spenden zusammengekommen, berichtete Bürgermeister Adolf Ludwig. „Der Nachbau verbindet uns nun noch mehr mit dem geschichtlichen Erbe“, erinnerte Ludwig daran, dass ein solcher Turm im Wappen der Gemeinde abgebildet ist.

In der Nähe des Wachtturmes weisen bereits hölzerne Palisaden und ein Wall darauf hin, dass der Limes - im Jahr 2005 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt - vor rund 2000 Jahren in der Gemarkung verlief. Ludwigs Amtsvorgänger Klaus Hühn hatte diese anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Großgemeinde errichten lassen. „Mit dem Turm ist die Darstellung dann komplett“, sagte Ludwig.

Bei aller Authentizität, auf die bei der Rekonstruktion Wert gelegt werde, müssten auch Sicherheitsstandards nach der Hessischen Bauordnung beachtet werden, räumte Ludwig ein. Mit den Ehrenamtlichen des GKL, dem Architekten Reinhold Melzer, dem Statiker Hartwig Euler und der Firma Melzer sowie der das Projekt begleitenden Landes- und Kreisarchäologie habe sich „ein tolles Team“ gefunden.

Peter Rudel vom Fachbereich Regionalentwicklung des Wetteraukreises kündigte an, dass Schilder an der Autobahn angebracht werden sollen, die auf den Limes und den Wachtturm hinweisen werden. Der Limesbeauftragte der Landesarchäologie, Thomas Becker, bekundete, „dass es für uns Landesarchäologen ein ungewöhnliches Projekt ist. Eher kommt etwas weg, als dass etwas Neues entsteht. Wir stützen uns beim Nachbau auf unsere Erfahrungen aus der archäologischen Arbeit und die der Handwerker“, fügte er an. Zwar beschränke die Bauordnung etwas die Kreativität, „aber das wird uns nicht daran hindern, etwas Tolles daraus zu machen“. Kreisarchäologe Dr. Jörg Lindenthal zeigte sich mit dem bisherigen Verlauf zufrieden. „Wir waren damals zwar nicht dabei“, räumte er ein. Aber an römischen Funden und Gebäuderesten, unter anderem in Gambach, könne man sich bei der jetzigen Rekonstruktion gut orientieren. Schließlich erklärte noch Ernst Grabsch, Mitglied des GKL und gemeinsam mit seiner Frau Christine ehrenamtlich für die Landes- und Kreisarchäologie tätig, mit welchen Maßen die Römer ihre Bauten erstellten. Entsprechend stellte der ehemalige Werkzeugmacher für das Limeswachtturm-Projekt passende Maßstäbe und sogar einen Gliedermaßstab her, mit denen die Grundmauern dann auch ausgemessen wurden. Johanna Busch vom Team Arbotec enthüllte einen mit der Motorsäge erstellten hölzernen Kopf einer römischen Wachmannes, der nach Fertigstellung des Turmes dort Platz finden soll.

Stine Kockrick, Vorsitzende des GKL, dankte den Gemeindegremien, die das Projekt trotz knapper Kassen verfolgten. „Es ist nicht nur ein Bauwerk zum Schauen. Hier soll Geschichte erlebbar werden“, sagte sie und lud die Bürger zum Mitmachen und zum „römischen Mauern“ ein.

Anschließend packte sie gemeinsam mit Ludwig sämtliche Informationen rund um das Projekt, aktuelle Tageszeitungen, Geld, Informationen zu Ereignissen des Jahres 2011 und die Spendenrolle mit Namen aller, die bislang für das Projekt spendeten, in eine Messingröhre, die von Bauhofmitarbeiter Volker Weber fachmännisch verlötet wurde. Nachdem „Priesterin“ Annette Miksch Gott Jupiter um Schutz für das Bauwerk gebeten hatte, wurde die Messingröhre in die Grundmauern des Turmes gelegt und eingebaut.

Quelle: Kreis-Anzeiger 23.05.2011

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Für den Limes-Wachtturm 681,10 Euro gesammelt

Eine Spende in Höhe von 681,10 Euro übergab Elvira Ludwig, Gattin von Limeshains Bürgermeister Adolf Ludwig, an die Vorsitzende des Geschichts- und Kulturvereins Limeshain, Stine Kockrick.

Das Geld stammt aus einer Sammelaktion während des Neujahrsempfangs 2011 der Gemeinde im Januar.
Bereits zum dritten Mal hatten die Bürger die Möglichkeit einen Spendenbaum zu schmücken. Die Initiative ergriff vor drei Jahren Elvira Ludwig und bat auch in diesem Jahr die Besucher um Spenden. Mit ihrem Beitrag erhielten sie kleine bunte Filzanhänger in Form eines Glücksklees oder eines Smileys, um sie an die Äste zu hängen. „Es ist wieder ein bunter Baum geworden“, sagte Elvira Ludwig. Der Spendenbaum stand nach dem Neujahrsempfang noch in der Eingangshalle der Limeshainer Verwaltung. Auch dort hatten die Bürger die Möglichkeit Anhänger zu erwerben. Die Aktion wurde nun beendet.
Die Gattin des Bürgermeister Adolf Ludwig, Elvira, überreichte kürzlich den symbolischen Scheck an Stine Kockrick und ihren Stellvertreter.

Mit den Spenden soll dieses Mal die Rekonstruktion des Limeswachtturms unterstützt werden. Die vergangenen beiden Spendenaktionen kamen der Büdinger Tafel und der Villa Anni zu Gute.
„Wir sind froh, dass die Bevölkerung das Projekt Wachtturm so unterstützt“, bedankte sich Kockrick im Beisein ihres Stellvertreters Wefers und des Rathauschefs.

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Kräftezehrende Arbeit an einer 50 Jahre alten Eiche

Rekonstruktion des Wachtturms bietet Möglichkeit, historisches Handwerk zu erproben

„Die Säge hat viele Zähne, die müssen alle ausgenutzt werden“, weist Wolfgang Busch vom Forstamt Nidda die Helfer an, die im Limeshainer Wald mit der Schrotsäge eine Eiche fällen. Nicht nur das Werkzeug, das die Motorsäge ersetzt, zeugt von einem Ausflug in die Geschichte. Auch die Kleidung der Männer ist der Römerzeit entlehnt.

Denn bei der Rekonstruktion des Limeswachtturms sollen möglichst viele Erfahrungen über den Aufwand, den die Grenzbefestigung der Römer verursacht hat, gewonnen werden. Deshalb sind nicht nur Aussehen und Materialien möglichst nah an das historische Vorbild angelehnt. Auch bei den Bautechniken versuchen der Kreisarchäologe Jörg Lindenthal und der Geschichts- und Kulturverein Limeshain Techniken zu nutzen, die bereits die Römer beherrschten.

„In gut 20 Minuten liegt so ein Baum“, stellt Lindenthal fest. Deutlich schneller hätten die Förster mit der Motorsäge die etwa 50 Jahre alte und 40 Zentimeter dicke Eiche gefällt. „Ein Fuß, fünf unciae“, meldet Ernst Grabsch vom Geschichtsverein, der die Dicke des Baums nach den römischen Einheiten nachmisst. „Es ist sehr lehrreich“, freut er sich über die ungewohnte Erfahrung. „Man kann immer noch lernen im hohen Alter.“

Auch rund 100 Zuschauer sind in den Wald gekommen, um das Fällen des Baumes und seine Zurichtung zum Balken zu erleben. Doch bevor der runde Stamm eckig wird, muss er erst an den Bauplatz gebracht werden. Auch hier ist die Geschichte Vorbild. Volker Schmelz aus Grebenhain hat sich bereit erklärt, mit seiner 14-jährigen Kaltblutstute „Penny“ den Baum aus dem Wald zu holen.

Das etwa 800 Kilogramm schwere Rückepferd hat mit dem Stamm wenig Mühe. Bis zu einer Tonne schwere Stämme könne ein Pferd ziehen, erklärt Schmelz dem Publikum. Jedoch sollte die Tagesdauerleistung bei 250 bis 400 Kilogramm liegen und von leichteren Aufgaben ausgehend langsam gesteigert werden. Die Ausbildung eines Pferds dauere etwa zwei bis fünf Jahre. Auch mit ausgebildeten Pferden sei die Arbeit nicht ungefährlich, wenn der Stamm gegen ein Hindernis stoße und herumschlage. „Wenn man ein hitziges Pferd hat, kann das einem auch einige Knochenbrüche beibringen.“

Das Fällen und Verarbeiten der Eiche im Limeshainer Wald ist zugleich die Auftaktveranstaltung für das Internationale Jahr der Wälder beim Forstamt Nidda. Eine Reihe von Veranstaltungen soll die Nutzung des Walds durch den Menschen zeigen. „Wir zeigen anhand der Historie, dass die Nutzung früher sehr viel stärker war“, erklärt Busch. So sei die Glasherstellung in Glashütten zusammengebrochen, nachdem der Wald in der Umgebung abgeholzt gewesen sei.

Auch beim Zurichten ist wieder handwerkliches Können gefragt. Zimmermann Jürgen Knöss zeichnet sorgfältig den nutzbaren Bereich des Stamms an, damit der Balken möglichst dick, aber auch haltbar bleibt. „Es ist wichtig, dass wir das Kernholz rausholen“, zeigt er auf deutlich dunkler gefärbtes Holz im Inneren des Stamms. Das sei dauerhafter, weil dort kein Saft mehr transportiert werde. Das außen liegende, helle so genannte Splintholz sei verwitterungsanfälliger.

Den an der Schnittfläche angerissenen Querschnitt überträgt er mit Schlagschnüren auf die Länge des Stamms. In kraftraubenden Arbeitsschritten wird der Balken aus dem dicken Stamm herausgearbeitet. Dabei werden Werkzeuge eingesetzt, die sich seit der Antike nicht verändert haben, wie Lindenthal feststellt. Die Zurichtbeile hätten die gleiche Form wie Funde aus der Saalburg. Die Belohnung für das harte Tagwerk schmort seit dem Morgen in einer großen Pfanne. Der Geschichts- und Kulturverein hat Wildschweinbraten vorbereitet, den er im Fladenbrot serviert. Dazu gibt es Mulsum, heißen Würzwein, nach römischem Rezept. Wem das zu viel Geschichte ist, der bekommt aber auch eine Bockwurst oder ein Bier. Lindenthal weist darauf hin, dass die Arbeitsabschnitte bei der Rekonstruktion des Turms am Bauzaun in Bildern und mit Begleittexten dokumentiert werden. Als nächste Termine stehen der Transport der Steine Ende März 2011 und die Grundsteinlegung im Mai 2011 an.

Quelle: Kreis-Anzeiger 22.02.2011

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Dieses Jahr wollen wir einen Baum nach römischer Art fällen

Ein römischer Wachtturm als sichtbares Symbol für die Grenze zwischen Römern und Germanen, die einst durch die Gemeinde lief, soll zukünftig nicht nur das Wappen der Gemeinde Limeshain schmücken, sondern auch am archäologisch erwiesenen Standort rekonstruiert werden. Seit dem Gewinn eines Preises beim Landeswettbewerb „Ab in die Mitte“ im vergangenen Jahr wird an dem Projekt gearbeitet.

Bei einem Vortrag im Geschichts- und Kulturverein erläuterte Kreisarchäologe Jörg Lindenthal den aktuellen Stand des Projekts. Dabei hob er auch die Bedeutung des Limes und der Herrschaft der Römer für die Wetterau hervor. Diese sei deutlich als die einzige Unregelmäßigkeit im Verlauf der Grenzlinie quer durch Europa zu erkennen. Sonst folge der Limes entweder Flüssen oder verlaufe schnurgerade auf dem kürzesten Weg.

Dass die Römer zur Einbindung der Wetterau einen zusätzlichen Aufwand betrieben, belege, dass „die Wetterau eine interessante Landschaft war, die wollten sie noch mitnehmen“, erläuterte Lindenthal. Ansonsten wäre der fruchtbare Boden ein Konfliktherd unmittelbar an der Grenze geblieben. „Wir wurden mit dieser ganzen Kultur des Mittelmeerraums infiziert“, kommentierte Lindenthal die Romanisierung der Wetterau.

Einen Wachtturm in Limeshain zu rekonstruieren, sei auch wissenschaftlich sinnvoll, obwohl es bereits mehrere Nachbauten am Limes gebe. Die meisten lägen jedoch in der westlichen Wetterau und seien inzwischen selbst Baudenkmäler. Wie der originale Wachtturm in Limeshain ausgesehen hat, lässt sich heute nicht mehr mit Sicherheit sagen. Grabungsbefunde belegen, dass er aus Stein war. Die steinernen Türme ersetzten die in der ersten Ausbaustufe des Limes im zweiten Jahrhundert nach Christus errichteten Holzwachttürme. Ebenfalls gesichert ist, dass der Limes aus Graben und Wall bestand, als die Steintürme gebaut wurden. Palisaden, wie sie bei Rommelhausen rekonstruiert wurden, gab es zu diesem Zeitpunkt nicht mehr. „Nach 20 bis 25 Jahren fällt der Zaun um oder sie können ihn umtreten“, erklärte Lindenthal zum Wartungsaufwand einer Befestigung mit Palisaden. Der Grenzwall sei hingegen nach fast zwei Jahrtausenden immer noch erkennbar.

Er wies darauf hin, dass sich das Aussehen des Turms an einer Darstellung auf der Trajanssäule orientiere. Das sei das einzige überlieferte Bild eines Wachtturms aus römischer Zeit. Obwohl auf der Säule die Daker-Kriege an der Donau dargestellt werden, meint Lindenthal, dass auch der Limeshainer Wachtturm ähnlich ausgesehen haben dürfte. „Das war ein Serienprodukt.“ Sicherlich habe es nur wenige Grundmuster gegeben. Die überall identische Anlage der Kastelle sei ein weiterer Beleg für die Standardisierung römischer Militärbauten.

Unterschieden hätten sich die Türme in der Höhe, abhängig vom Verwendungszweck. Die höheren Signaltürme, wie auch einer in Limeshain stand, hätten ein anderes Fundament mit Eckverstärkungen gehabt. Welches Material zum Decken des Daches des Limeshainer Turms verwendet wurde, sei archäologisch nicht gesichert. Möglich wären Holzschindeln. Andere Türme waren mit Schiefer gedeckt, von dem dort sogar originale Platten erhalten seien. Deshalb entschied sich Lindenthal wegen der Haltbarkeit für dieses Material.
Denn der Turm soll so nahe wie möglich am Vorbild nachgebaut werden. Daher wurde für die Planung des Turms nicht nur der römische Fuß als Maßeinheit zugrunde gelegt. Auch bei der Vermessung und bei den Bauarbeiten wird immer wieder auf antike Technik zurückgegriffen. Akribisch dokumentiert Lindenthal den Zeit- und Personalaufwand, den die historische Arbeitsweise benötigt. „Im römischen Militär waren bestimmt die größten Baufachleute dieser Zeit“, erklärt Lindenthal, wie Projekte, wie der Bau des Limes oder die Rheinbrücke Cäsars, möglich waren. Auch der Bedarf an Arbeitskräften sei kein Problem gewesen. „Es ist auch sinnvoll, wenn ich ein stehendes Heer habe, das zu beschäftigen.“

Nachdem im vergangenen Jahr das Fundament in originaler Bruchsteintechnik gelegt wurde, sollen die Arbeiten am 19. Februar fortgesetzt werden. „Dieses Jahr wollen wir versuchen, einen Baum zu fällen, nach römischer Art“, kündigt Lindenthal an. Nur mit Axt und Beil soll der Baum gefällt und anschließend zum Balken zugerichtet werden. „Wir haben schon ein Opfer ausgesucht.“ Eine 50-jährige Eiche, die nicht zu wertvoll sei, solle für das Experiment herhalten.

Für eine möglichst authentische Nachahmung der Arbeiten sucht Lindenthal noch ein Breitbeil, wie es benutzt wurde, um aus dem runden Stamm einen eckigen Balken zu machen. „Ich hoffe, dass sich ein Zimmermann findet, der diese Technik noch beherrscht.“ Und er äußert einen weiteren Wunsch. „Dann wäre es ein Traum, wenn wir ein Rückepferd hätten.“ Christine Kockrick, Vorsitzende des Geschichts- und Kulturvereins, ist zuversichtlich: „Das schaffen wir.“

Neben Handwerkern, die alte Arbeitstechniken beherrschen, sind auch alle Bürger zu den Arbeiten eingeladen. „Wann hat man noch mal die Gelegenheit, im Wald zu sehen, dass ein Baum ohne Motorsäge gefällt wird“, verspricht Lindenthal ein einzigartiges Erlebnis.

     


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Arbeiten werden sehr authentisch erledigt

Geschäftiges Treiben herrschte im Rommelhäuser Wald, wo in den nächsten drei Jahren ein römischer Limeswachtturm aus Stein entstehen soll. Mitglieder des Geschichts- und Kulturvereins Limeshain (GKL) sowie Vertreter anderer Vereine und Bürger nahmen jetzt die nächste Bauphase in Angriff. Dabei wurde das Fundament ausgehoben.

Das Besondere ist, dass die einzelnen Arbeitsschritte beim Bau des Turms so authentisch wie möglich erledigt werden und sich an historischen Vorbildern orientieren. Nicht nur römische Werkzeuge - wie spezielle Spaten, eine Pionieraxt und Körbe - kommen bei dieser experimentellen Archäologie zum Einsatz. Auch Maßeinheiten wie Fuß - 29,6 Zentimeter - und der Satz des Pythagoras halten Einzug in die Berechnungen der Baumeister. Fachlich begleitet wird das durch EU-Fördergelder unterstützte Projekt der Gemeinde Limeshain von der Denkmalpflege des Landes und des Wetteraukreises.

Dem Kreisarchäologen Dr. Jörg Lindenthal machte die Arbeit sichtlich Spaß. Wenn er nicht gerade mit dem Spaten hantierte, machte er sich Notizen oder führte Gespräche mit Architekt Reinhold Melzer, der den Bau engagiert begleitet. Auch Limeshains Bürgermeister Adolf Ludwig packte mit an.

Zunächst galt es, herauszufinden, wie viele römische Soldaten für solche Arbeiten damals notwendig waren. Also hieß es erst einmal für alle Beteiligten: Aufstellen in Vierergruppen an jeder Ecke des geplanten Turms. Dessen Grundriss war bereits abgesteckt, er umfasst 21 auf 21 Fuß oder 6,21 Meter auf 6,21 Meter. Bei den Erdarbeiten - für das Fundament wird eine Vertiefung von genau 88,8 Zentimetern oder drei Fuß gegraben - wurde deutlich, dass bereits jeweils zwei Mann für einen Korb gebraucht wurden, um die schwere Erde wegzutragen. Andere waren damit beschäftigt, Baumwurzeln mit der Axt aus dem nassen Lehmboden zu hauen oder einfach nur zu graben.

Rasch erfuhren die Männer, wie anstrengend und schweißtreibend die Arbeiten vor rund 2000 Jahren für die römischen Soldaten waren. Ernst Grabsch und Christian Seibel sorgten zwischendurch für echtes römisches Flair, als sie passend gekleidet in Tuniken mit einem selbst gebauten Tragegestell auf das Gelände kamen. Das von ihm nachgebaute hölzerne Gestell wurde in Mayen an der Mosel von den Römern genutzt, um Mahlsteine zu transportieren, erklärte Grabsch, der intensiv recherchiert und die Trage anhand einer Abbildung so original wie möglich zusammengebaut hatte.

Für Lindenthal stand bald fest, dass bei den Grabungsarbeiten für das Fundament etwa 20 römische Soldaten im Einsatz waren. „Mehr waren aber nicht von Nöten. Die hätten sich dann nur gegenseitig im Weg gestanden“, lautete sein erstes Fazit. Das Fundament selbst wird nicht betoniert. Basaltsteine werden mit Erde verdichtet und dienen dem Turm als Fundament, erklärte er und kündigte damit schon die nächsten Arbeitsschritte an, die während eines weiteren Aktionstages erledigt werden sollen.

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Die Wetterau freut sich auf eine
neue kulturhistorische Attraktion

Spatenstich für Limes-Wachtturm im Wald von Rommelhausen - "Ab in die Mitte-Projekt"

„Es ist so weit, wir bauen einen Limes-Wachtturm.“ Gutgelaunt begrüßte Limeshains Bürgermeister Adolf Ludwig Vertreter aus der Kommunalpolitik, der Landes- und Kreisarchäologie, der heimischen Wirtschaft, der beteiligten Baufirmen, der Gemeindegremien sowie interessierte Bürger auf historischem Grund und Boden im Wald bei Rommelhausen. Dort soll in den nächsten drei Jahren ein an die Römerzeit erinnernder, etwa zehn Meter hoher Wachtturm in der Nähe jener Stelle gebaut werden, auf der einst ein solcher Turm stand und an der der römische Grenzwall verlief.

Mit einem symbolischen Spatenstich fiel am Samstag der Startschuss für die erste Bauphase. Die Gäste bekamen im Zuge eines Aktionstages einen Eindruck, wie die Römer einst einen Wachtturm dieser Art gebaut haben. Darsteller in römischer Kleidung erklärten zum Beispiel sehr anschaulich, welche Werkzeuge damals benutzt wurden.

Die Veranstaltung war zentrales Ereignis des Limeshainer Beitrags zum Landeswettbewerbs „Ab in die Mitte“, bei dem die Gemeinde mit ihrem Motto „Limeshain - einfach grenzenlos gut“ zu den Landessiegern zählte. Weitere Aktionstage sollen folgen, an denen unter anderem Steine geklopft werden, mit Natursteinen aus einem nahen Steinbruch gemauert und das Dach gedeckt wird - so entsteht schließlich der Turm. Wissenschaftliche Unterstützung erfährt die Gemeinde dabei durch die Denkmalpflege des Wetteraukreises und des Landes.

Adolf Ludwig ging in seiner Rede auf die Bedeutung des Limes-Wachtturmes ein. „Das Bauwerk ist eine kulturelle Bereicherung“. Es reihe sich neben dem keltischen Landesmuseum in jene kulturhistorischen Orte der Region ein, die Geschichte erlebbar machten. Die Gemeinde, so der Bürgermeister, trage als einziger Anrainer des römischen Grenzwalls den Limes, den die Unesco 2005 zum Weltkulturerbe erklärt hatte, im Namen und den Turm im Wappen. Auf der gesamten östlichen Wetteraustrecke finde sich keine weitere Turmrekonstruktion. Der Nachbau passe prima in die Regionalparkroute Limes. „Er bildet eine sinnvolle Ergänzung für das Projekt Archäologielandschaft Wetterau“, so Ludwig.
20 der 22 rekonstruierten Wachttürme in Deutschland finden sich am 550 Kilometer langen Limes-Verlauf. „Der geplante Bau in Limeshain soll sich soweit wie möglich an den antiken Vorbildern orientieren“, machte Ludwig deutlich. Dennoch werde den modernen Bauanforderungen Rechnung getragen. So werden Besucher den Wachtturm später besichtigen können.

Schon 1999 hatte der Geschichts- und Kulturverein Limeshain (GKL) die Idee zur Rekonstruktion eines Wachtturms. Diese Idee wurde von einer breiten politischen Mehrheit in Limeshain und auch von vielen Bürgern mitgetragen und verfolgt, erinnerte der Bürgermeister an die Anfänge.

„Sie erleben hier Geschichte in einer Zeit, da Globalisierung ein alles beherrschendes Thema ist“, sagte Landrat Joachim Arnold und betonte die Notwendigkeit „das Erbe für die nächste Generation zu erhalten“. Zur Freude Ludwigs, den Arnold für sein Engagement um das Erhalten von Zuschüssen würdigte, kündigte er an, dass auch die OVAG sich an dem Projekt beteiligen wird. Die stellvertretende Landesarchäologin Dr. Vera Rupp lobte die Menschen vor Ort, die sich schon für die Rekonstruktion eines Limes-Wachtturmes einsetzten, als der Limes noch kein Weltkulturerbe und auch die experimentelle Archäologie noch längst nicht in aller Munde war. Die Vorsitzende des GKL, Stine Kockrick, sah in dem Nachbau ein Projekt für die gesamte Gemeinde. Kreisarchäologe Dr. Jörg Lindenthal gab Einblick in die Vorgehensweise bei der Rekonstruktion. „Die Dauer von drei Jahren Bauzeit bietet allen Interessierten die Möglichkeit, einmal mit anzupacken. Es muss keine bierernste Geschichte werden“, so Lindenthal.

Markus Kissel, Vertriebsleiter der Mitteldeutschen Hartstein Industrie (MHI), überreichte Adolf Ludwig einen ersten Basaltstein, mit dem später der Turm gebaut wird. Die ersten 20 Tonnen liefert das Unternehmen kostenlos, und auch der Rest werde nahezu zum Selbstkostenpreis abgegeben. Finanzielle Unterstützung in Höhe von 2.500 Euro kam bereits von der Sparkasse Oberhessen. Marco Schneider, Vertriebsdirektor des Geldinstituts in Limeshain, sagte, man sei als größter nicht staatlicher Unterstützer der Kultur froh, dabei zu sein.

Die Rekonstruktion des Limeswachtturms kostet 238.000 Euro. Mit 120.000 Euro wird das Projekt aus dem EU-Leader-Förderprogramm für strukturschwache Regionen bezuschusst. Dabei waren unter anderem die ersten Baupläne, erstellt vom mittlerweile verstorbenen Erwin Dietz, eine Grundlage, dass die Mittel flossen, wie Lindenthal in seiner Rede betonte. Adolf Ludwig dankte auch Bernd-Uwe Domes und Klaus Karger vom Regionalmanagement und Verein Oberhessen für ihre Unterstützung bei den Anträgen. Mit 20.000 Euro unterstützt der GKL den Nachbau. Eine beachtliche Summe kam auch von einem anonymen Spender, verriet Ludwig.


Thomas Becker, Mitarbeiter des Landesamtes für Denkmalpflege und Limesbeauftragter, nahm die Gäste beim Spatenstich des neuen Limes-Wachtturms mit auf eine Zeitreise, die in die Mitte des 2. Jahrhunderts nach Christi führte. "Wir stehen jetzt an einer Grenze, die schon länger besteht", bat er seine Zuhörer, sich die Situation vorzustellen. Die Römer haben sich nun zu einer endgültigen Grenzlinie entschlossen und damit zum Bau eines steinernen Wachtturmes. Der Vorgänger aus Holz hatte seinen Dienst getan, fuhr Becker fort. Deshalb wird die örtliche personelle Besetzung an der Genzlinie - die vielleicht aus Altenstadt oder Marköbel kam - mit dem Bau eines Wachtturmes aus Stein beauftragt. Weil zu dieser Zeit keine direkte Gefahr drohte, trugen die Soldaten hauptsächlich Arbeitskluft. Vom naheliegenden Lagerdorf versorgten Frauen die Soldaten mit Essen, malte der Archäologe sein Bild weiter aus. Tatsächlich duftete es nach Grillwürstchen nach römischem Rezept und dem Würzwein Mulsum, beides von Mitgliedern des GKL serviert.

Sich die Szenerie vorzustellen, fiel den Besuchern deshalb gar nicht schwer, standen doch einige passend gekleidete "Römer" auf dem gerodeten Platz im Rommelhäuser Wald. Sie waren dabei, das Gelände für den Bau zu vermessen, ganz authentisch, nach dem römischen Fußmaß, was 29,6 Zentimetern entspricht. Als Maßbänder verwendeten sie wie einst die Römer Seile, in die im Abstand von einem Fuß jeweils Knoten geknüpft wurden. Anwendung fand bei den Berechnungen außerdem der Satz des Pythagoras, a²+b²=c².

Der Startschuss zum Vermessen erfolgte durch einen römischen Verwalter und Beneficiarier, dargestellt von Günter Stelz, der mit Mitgliedern der Darstellungsgruppe Limitanei Taunensis und Tabula Rasa ebenso wie die römisch gekleideten Mitglieder des GKL die Veranstaltung bereicherte. "Auf Anordnung unseres Kaisers, vertreten durch den Statthalter, werden die bisher am Limes in Holz erbauten Wachttürme in Stein erneuert." Denn die Holztürme hatten nur eine kurze Nutzungsdauer, die Brandgefahr war groß und sie mussten ständig ausgebessert werden. "Alle Türme werden weiß verputzt und mit rotem Fugenstrich versehen, um den Barbaren die Überlegenheit Roms ständig vor Augen zu führen. ...die Besetzung besteht aus sechs milites-cohortis. Im Namen des Imperators Caesar", schloss der römische Verwalter seine Ansprache. Als mit Weihrauch umhüllte römische Priesterin erflehte anschließend Annette Miksch den Segen Jupiters, dem Göttervater und Gott des Lichts und des Himmels. Den wohlklingenden Abschluss sezte Trompeter Hagen Pätzold. Auf dem Cornu huldigte er mit einer Hymne der Schicksalsgöttin Nemesis.

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Rekonstruktion eines Limes-Wachtturms

Die Rekonstruktion eines Limeswachturms in der Gemeinde Limeshain entlang des Limesradweges kann beginnen. Bürgermeister Adolf Ludwig erhielt am 22.01.2010 aus den Händen von Landrat Joachim Arnold den Bewilligungsbescheid über rund 120.000 Euro. Das Geld stammt aus dem EU-Leader-Förderprogramm für strukturschwache Regionen. Insgesamt kostet das Projekt 238.000 Euro. Und auch die Sparkasse Oberhessen hat finanzielle Unterstützung zugesagt.
Besonders dankt die Gemeinde Limeshain dem Geschichts- und Kulturverein Limeshain (GKL), der das Vorhaben mit 20.000 Euro unterstützt, die durch Veranstaltungen und Spenden gesammelt wurden.

Seit rund 15 Jahren schon besteht der Wunsch der Gemeinde, einen römischen Wachturm wieder aufzubauen, zumal die Gemeinde einen solchen Turm in ihrem Wappen hat. Zu diesem Zweck gründete sich auch der GKL.

Die Übergabe des Bewilligungsbescheides fand in der Gemarkung Limeshain an der Stelle statt, an der auch einst nachweislich ein Wachturm der Römer stand. Zur Verdeutlichung hat Herr Ludwig im Rathaus ein rund ein Meter hohes Modell ausgestellt, das ihm anlässlich seiner Einführung zur zweiten Amtszeit als Bürgermeister von Bürgern überreicht wurde und für ihn als Hinweis gewertet wird, sich für den Bau eines Wachturms einzusetzen.

Nachdem der Limes zum Unesco-Weltkulturerbe befördert wurde, passt der Wunsch der Gemeinde Limeshain auch in den geplanten Strukturausbau, wie etwa die Regionalparkroute Limes oder das Projekt einer Archäologie-Landschaft Wetterau.
Mit Hilfe der Turmrekonstruktion soll ein wichtiger Attraktionspunkt für die römische Geschichte am östlichen Wetteraulimes im Umfeld des keltischen Glaubergs mit dem Landesmuseum geschaffen werden.
Als Besonderheit der Rekonstruktion des Limeswachturms soll die intensive Fachbetreuung während der Errichtung, die sich über etwa drei Jahre erstrecken wird, stehen. Der Turm soll weitgehend authentisch errichtet werden und sich an den neuesten Ergebnissen der Limesforschung orientieren. Ein Teil soll in einem archäologichen Experiment mit antiken Techniken erstellt werden.
Thomas Becker vom Landesamt für Denkmalpflege und Limesbeauftragter betont den experimentalarchäologischen Gedanken. Besonders gefällt ihm die Einbindung in die Regionalparkroute.
Kreisarchäologe Dr. Jörg Lindenthal ergänzt, dass im Rahmen der Rekonstruktion auch Aktionstage geplant sind, an denen zum Beispiel das historische Handwerk im Mittelpunkt steht. So sollen Nägel, die für den Bau benötigt werden, durch einen Schied handgeschmiedet werden. Der Turm wird aus Basaltsteinen errichtet, also aus lokalem Steinmaterial. Das Dach wird mit Schiefer gedeckt und ein hölzerner Balkon wird den neun bis zehn Meter hohen Turm umgeben.

Bürgermeister Adolf Ludwig dank allen an dem Projekt maßgeblich Beteiligten. Namentlich führt er Klaus Karger und Bernd-Uwe Domes vom Amt für Regionalmanagement an, die die Antragstellung unterstützten. Weiter Andrea Hampl und Volker Matthesius von der Fachstelle Strukturförderung des Wetteraukreises, die ebenfalls den Antrag bearbeiteten und Wolfgang Busch vom Hessenforst sowie die Mitglieder des GKL und der Gemeindegremien.

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