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"Wie der Alltag in Himbach früher war"

Unterhaltsame Führung mit Markus Karger durch die Geschichte und die Gassen von Himbach

Erwartungsvoll blicken die Zuschauer auf den erschöpften Wanderer, der des Weges kommt, hinab vom Schützenhaus in Richtung Himbacher Ortsmitte. „Ich bin Konrad Specht, Beamter seiner königlichen Hoheit Wilhelm II.“ stellt er sich vor. In die Rolle des Beamten ist Markus Karger geschlüpft. „Warum haben Sie denn keinen Bahnanschluss? Seid Ihr gar Hinterwäldler, die sich dem Fortschritt verschließen“, mutmaßt er. Er sei auf der Suche nach dem „Himbacher Grünen“, einer selten Apfelsorte. Der Beamte alias Karger hofft, in Himbach den Entdecker dieses Apfels, Adam Frank, zu treffen. Der Apfel solle in die kaiserliche Sortenliste aufgenommen werden.

Wie schon im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde Limeshain zu einer Erlebnisführung durch Himbach eingeladen. Bürgermeister Adolf Ludwig versprach in seiner Begrüßung den rund 150 gespannt wartenden Bürgern eine unterhaltsame Veranstaltung. „Sie werden viel Freude haben“, sagte Ludwig und sollte Recht behalten. Beim Rundgang durch die Gassen des Ortskerns von Himbach erfuhren die Zuschauer viel über altes Handwerk, den Alltag der Bürger in vergangenen Zeiten. Alte Redewendungen und Zitate rundeten das kurzweilige Schauspiel ab.

Beim Rundgang blickten die Teilnehmer gleich zu Beginn Hufschmied Thomas Reibert über die Schulter. „Jeder ist seines Glückes Schmied“, stellte der Beamte Specht fest und mokierte sich gleichzeitig über den doch recht unangenehmen Geruch, der beim Beschlagen des Pferdes entstand, zumal der Wind recht ungünstig stand. Die Bedeutung eines tönernen Pferdes auf dem Dachfirst erklärte er anschließend. Das sei in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges ein Zeichen dafür gewesen, dass von dem Hof Pferde zur Kriegsführung bereitgestellt worden seien.

Eine mit Wein behangene Hauswand inspirierte ihn zu einer umfassenden Ausführung über die unterschiedlichen historischen Längen- und Flüssigkeitsmaße, von Daumenbreit, Handbreit, Fuß, Elle und Klafter bis hin zu Maß, Ohm und Fuder.

Bald begegnete die Gruppe einer Frau, die zur Spinnstube wollte. Brigitte Frank verwickelte den Beamten in ein Gespräch und bald kabbelten sich die zwei bei Wortspielereien über das Spinnen. „Ich bin Beamter, kein Spinner“, verwahrte sich Konrad Sprecht empört. „Ach, ich dachte sie arbeiten“, erwiderte daraufhin Brigitte Frank. In einer Scheune bei Familie Dörr war eine Spinnstube eingerichtet und die Frauen gingen ihrem Handwerk nach. Es fielen Begriffe wie das Anzetteln, was gleichbedeutend mit dem Herrichten eines Webstuhls ist. Und eine Haspel habe nichts mit den kulinarischen Genüssen zu tun, sondern ist vielmehr ein Hilfsmittel zum Auf- und Abwickeln von Garnen, machte der Beamte seinen Zuhörern klar. Die Verbindung zum Begriff „sich verhaspeln“ war alsbald hergestellt.

Doch vom „Himbacher Grünen“ war bislang nichts zu sehen. Vielmehr belehrte Beamter Specht, beeindruckt von dem schönen Garten der Familie Döll, nicht nur über den Apfel, der ein Rosengewächs ist, sondern auch über die Wirkung von Kräutern. „Olle Kamelle“ hingegen sei eine alte Kamille, und keineswegs geeignet, einen heilenden Tee zu kochen. Er kam auch auf das Färben mittels Pflanzen zu sprechen, wobei durchaus auch Urin genutzt wurde, um „ein schönes Blau“ zu erhalten. Dafür mussten die Männer viel Bier trinken, und weil dies am Wochenende geschah, „wurde montags dann blau gemacht“.

Auf der Suche nach dem Himbacher Apfel kam die Gruppe schließlich an einer Gruppe Männer vorbei, die beim Wäschewaschen war, was in Zeiten vor Einführung der Waschmaschine noch Kräfte raubend war. Helmut Frank, Wilfried Engeln und Joachim Heuser hielten mit dem Beamten einen kurzen Plausch auf Oberhessisch, bevor der Weg zum alten Rathaus eingeschlagen wurde. Dort traf der Beamte zwei Bürger (Eric und Nicole Sommer), die ihm mitteilten, dass die „Himbacher Grünen“ schon längst verarbeitet worden seien. Sie boten ihm ein Apfelschalet, eine Art Auflauf an.

Im Hof Paul schließlich endete der Rundgang. Dort unterhielt Karger nach einer Pause, in der sich alle Teilnehmer zunächst mit Gegrilltem stärken konnten, sein Publikum noch als Trude Herr.

Quelle: Kreis-Anzeiger 21.09.2011

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Limeshainer huldigen ihrer Heimat

Laienspielgruppe „Grenzenlos“ nimmt Publikum mit auf einen Ausflug in alte und neuere Geschichte der Großgemeinde

„Limeshain, du sollst unsere Heimat sein, wenn die Welt auch untergeht, Limeshain besteht“. Frei nach der Melodie des Hits von Drafi Deutscher „Marmor, Stein und Eisen bricht“ sangen Akteure und Publikum gemeinsam eine Hymne auf ihre Gemeinde. Vorausgegangen war ein „grenzenloses Theatervergnügen“, das rund 300 Limeshainer in der Limeshalle erlebten und sich dabei köstlich amüsierten.
Die Laienschauspielgruppe „Grenzenlos“ nahm ihre Besucher mit auf eine Reise in die Vergangenheit, als Chatten und Römer noch in der Gemarkung lebten. Es folgte nach einer Pause ein Zeitsprung um rund 2 000 Jahre in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, als nach der Gebietsreform ein Name für die neu gegründete Gemeinde gefunden werden musste. Das bunte Treiben auf der Bühne wurde vom Keltenfürsten kommentiert, der als Silhouette hinter einer Plane deutlich zu erkennen und in dessen Kostüm Jörg Hinterseher geschlüpft war.

„Ab in die Mitte“ heißt das von Marei Eisenbarth geschriebene Stück. Eisenbarth, die auch Regie führte, gehört der Theatergruppe „Grenzenlos“ an, die im Spätsommer 2010 aus einem vom Land Hessen geförderten Theaterprojekt, das von Sylvia Oster betreut wurde, entstand. Aus dem zunächst als Workshop geplanten Vorhaben entwickelte sich schließlich die zehnköpfige Gruppe von Laienschauspielern.
Die Akteure sprühten bei ihrem ersten Auftritt vor Spielwitz, nachdem das anfängliche Lampenfieber vor großer Publikumskulisse bald verflogen war. Daneben sorgten die mit viel Lokalkolorit gespickten Szenen, die insbesondere die kleinen Streitereien zwischen den Ortsteilen - wie sie auch in anderen Kommunen üblich sind - mit einem hintergründigen Humor aufgriffen, für große Heiterkeit. Über allem stand aber die Stärkung des so genannten „Wir-Gefühls“.

Bevor sich der symbolische Vorhang öffnete, begrüßte Bürgermeister Adolf Ludwig die rund 300 erwartungsvollen Zuschauer. Er erinnerte an die erfolgreiche Teilnahme am Landeswettbewerb „Ab in die Mitte“ im vergangenen Jahr mit dem Motto „Limeshain - einfach grenzenlos gut“, aus dem unter anderem das Theaterprojekt entstanden ist, und der Stärkung der Stadt- und Ortsmittelpunkte dienen soll. Auch die Regisseurin hieß das Publikum willkommen und gab kurz einen Einblick in die Arbeit der Gruppe mit Sylvia Oster, die während des Workshops ihre Erfahrungen an die Laiendarsteller weitergab.

Zur Musik aus den Asterix-Filmen marschierten anschließend „Himbixer“ Joachim Heuser, Miriam Hinterseher und Bianca Handlos, die „Hejixer“ Ernst Zinn, Hiltrud Becker und Carmen Waag sowie die „Rommelixer“ Thorsten Clesle, Ingelore Radandt und Monika Zinn auf die Bühne. Ihre Probleme mit den Römern wollten sie, wie einst die tapferen Gallier mit einem Zaubertrank, mit dem Saft der Himbacher grünen Äpfel lösen. Bald wurde reger Handel betrieben innerhalb der auf der Bühne aufgestellten Marktbuden. Die Rommelixer verkauften Römertöpfe, die Himbixer kassierten Standgebühr und bei Giselixe aus Hejix gab es Cappuccino und Eis. Die Anspielung auf die „Eis-Gisela“ aus Hainchen war gewollt und das Publikum amüsierte sich köstlich.

Die einzelnen Dorfbewohner prahlten schließlich mit ihren Reichtümern. Die Rommelixer sagten voraus, dass sie in einigen hundert Jahren die meisten Geschäfte haben werden. Die Himbixer hingegen prognostizierten, eines Tages über die Dörfer zu bestimmen. In Himbach steht heute das Rathaus.

Nach einer Umbaupause gab es nicht nur Applaus für die gelungene Kostümierung. Die 70er Jahre waren angesagt und Musik von Abba begleitete die kunterbunt gekleideten Darsteller auf die Bühne. Dort ging es in einer Sitzung hoch her, bis hin zur tumultartigen Szene - erkennbar an den mit der Aufschrift „Tumult“ hochgehaltenen Plakaten. Ein Name musste gefunden werden, nachdem die drei Orte Hainchen, Himbach und Rommelhausen nach der Gebietsreform 1971 zu einer Gemeinde zusammengefasst worden waren. Keinesfalls sollte es eine Großgemeinde mit Altenstadt geben. Und der Vorschlag aus der Landeshauptstadt Wiesbaden, die drei Orte, weil sie an einem Berg kreuzten, Kreuzberg zu nennen, fand ebenfalls keine Zustimmung. Es entstanden die wildesten Wortkreationen von Hainhimhausen über Rommelhainbach bis hin zu Himrommelchen, denn die Vertreter der drei Ortsteile wollten einen Teil des Ortsnamens im neuen Namen vertreten haben. Chris Marvin Wolf alias Hugo hatte alle Hände voll zu tun, die verschiedenen Ortsnamen an die bereitgestellten Stellwände zu pinnen. Schließlich fanden die Kommissionsmitglieder doch zu einer Einigung und Limeshain war geboren, weil der Limes nahe der Gemeinde verläuft und im Namen der Kommune wiedergegeben werden sollte, wie es Hugo vorschlug.

Das letzte Wort hatte schließlich der Keltenfürst, verbunden mit einer Bitte. Er blicke nun seit 40 Jahren ins Tal und stelle fest, dass noch keine richtige Einigkeit herrsche. „Es eint Euch Schule, Kirche, Feuerwehr, doch ihr tut Euch noch immer schwer. Deshalb hab ich eine Bitte, findet eure Lebensmitte“, reimte er.

Und auch die Akteure äußerten unter dem großen Applaus des Publikums am Ende der Vorstellung Wünsche zu jedem der Anfangsbuchstaben der Gemeinde: Damit griffen sie Themen wie die Integration von Neubürgern, das gemeinsame Handeln und die Identifikation mit der Gemeinde auf.

Quelle: Kreis-Anzeiger 05.04.2011

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"Ab in die Mitte"
Die Innenstadt-Offensive Hessen

Ab in die Mitte!

Auszeichnung für die Gemeinde Limeshain

Die Gemeinde Limeshain wurde bei der Preisverleihung zum Wettbewerb „Ab in die Mitte! Die Innenstadt-Offensive Hessen“ in Wolfhagen mit ihrem Beitrag „Limeshain einfach grenzenlos gut“ ausgezeichnet. Die Kommune erhielt für ihren Wettbewerbsbeitrag ein Honorar von 10.500 Euro.
Mit der Initiative sollen Aktivitäten und Veranstaltungen gefördert werden, die Grenzen überwinden und das "Wir Gefühl" im Ort stärken sollen.

Das Konzept beinhaltet diverse Teilprojekte und Mitmachaktionen. Vorrangiges Ziel ist jedoch die Identitätsstiftung und die Erhöhung des Bekanntheitsgrades der Gemeinde Limeshain sowie ihrer kulturellen Angebote. Für die Planung und Begleitung des Projekts konnte das Fachbüro für ökologische Planung in Niddatal gewonnen werden.

Bürgermeister Ludwig fügte hoch erfreut hinzu: „Das erste Mal teilgenommen und gleich einen Preis abgeräumt.“ Mit dem Preisgeld soll die Umsetzung der Rekonstruktion eines römischen Wachturms erleichtert werden.


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Stall-Weihnacht im "Hof Paul"

Der Hof Paul im alten Himbacher Ortskern soll ein kultureller Treffpunkt werden. Erstes Ziel, das die Gemeinde Limeshain anstrebt, ist der Bau eines Dorfladens auf dem Anwesen. Seit die Planungen begannen, fanden in der Hofreite schon zahlreiche Veranstaltungen unter großer Bürgerbeteiligung statt.

Am vierten Advent nun lud die Gemeinde zu einer Stallweihnacht ein. Für die entsprechende Stimmung sorgte ergiebiger Schneefall, während in der Scheune eine lebensgroß geschnitzte Krippe die bewundernden Blicke der Besucher auf sich zog.
Bürgermeister Adolf Ludwig freute sich, als Gäste unter anderem Landrat Joachim Arnold begrüßen zu können sowie zahlreiche Vertreter der Gemeindegremien und viele Bürger.
Mit einer Andacht stimmte Pfarrerin Bettina Portner zu Beginn ihre Zuhörer, die auf den Bänken in der Scheune vor der Krippe Platz fanden, auf das bevorstehende Weihnachtsfest ein. Anschließend ließ Wolfgang Busch die Besucher teilhaben an seinen Erlebnissen während eines Bundeswehreinsatzes in Bosnien. Die Gedanken und Erlebnisse während dieser Fahrt hatte Busch in einem Tagebuch notiert, aus dem er vortrug.

Nach den besinnlichen Momenten, die zum Nachdenken anregten, nahmen sich die Besucher viel Zeit und bestaunten die großen Krippenfiguren aus Holz. Wolfgang und Johanna Busch sowie Silke Eimer gehören dem Arbotec Carving Team an und schnitzen Figuren mit der Motorsäge. „Wir machen das eigentlich für uns“, erklärte Johanna Busch ihre Arbeit. Allerdings stellt die Gruppe die Figuren, wenn sich die Gelegenheit bietet, auch zu bestimmten Anlässen zur Verfügung. Zu sehen waren ihre beeindruckenden Werke auf der Landesgartenschau in Bad Nauheim. „Das ergab sich eben“, erzählte Johanna Busch, von der auch die Maria mit dem Christuskind stammt. Der Josef könne auch als Schäfer alleine stehen, sagte sie weiter. Aber für die Stallweihnacht habe es sich angeboten, die Figuren als Krippe zusammenzustellen. Dazu kamen dann auch noch der Ochse und der Esel. Eine weitere Figur wurde dazu gestellt. Eigentlich stellt die Holzskulptur einen Jäger dar. „Aber nun ist er eben als Beobachter der Szenerie dabei“, so Johanna Busch. Als Arbeitsmaterial nahm das Team Douglasie, Pappel und Weymouthskiefer.

An das leibliche Wohl der Besucher war mit heißen Getränken und Speisen gedacht, die von einer Vereinsgemeinschaft angeboten wurden.

Quelle: Kreis-Anzeiger

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2011 gibt Ensemble eine mit Lokalkolorit gewürzte Premiere

Theaterprojekt mit Sylvia Oster ist Teil des Limeshainer „Ab in die Mitte“-Beitrages

„Der Ernst Zinn ist an allem Schuld.“ Das sagt der 18 Jahre alte Chris Marvin Wolf und deutet lachend auf den Mann. Der schmunzelt nur leicht, gibt aber zu, maßgeblich am Projekt beteiligt zu sein. In der Gemeinde Limeshain entsteht zurzeit eine Theatergruppe. „Die Idee zur Gründung eines solchen Ensembles besteht schon lange“, berichtet Zinn. Die Initialzündung kam schließlich mit der Limeshainer Teilnahme am Landeswettbewerb „Ab in die Mitte“, bei dem die Gemeinde mit dem Motto „Limeshain - grenzenlos gut“ punkten konnte.

Seit Mitte September treffen sich nun regelmäßig montagsabends in der Mehrzweckhalle in Hainchen 15 Männer und Frauen im Alter zwischen 18 und Anfang 60, um das Theaterspielen zu erlernen. Im Zuge eines Workshops, den die erfahrene Schauspielerin und Regisseurin Sylvia Oster („TheodoBo“) leitet, wurden erste Übungseinheiten unternommen, um später erfolgreich auf der Bühne agieren zu können.

Die Gruppe war sich bald einig, dass nach den zehn Stunden nicht Schluss sein sollte, sondern verfolgt das ehrgeizige Ziel, im Frühjahr 2011 ein selbst geschriebenes Stück vor Publikum aufzuführen. „Es hat mit dem Limes und mit Grenzen zu tun“, gibt Ernst Zinn einen Einblick in das Stück. Limeshain, wie es heute ist und welche Grenzen es noch oder nicht mehr hat, soll dem Publikum näher gebracht werden, natürlich mit viel Lokalkolorit gewürzt, erklärt er.

Dass die Frauen in der Mehrheit sind, stört die Herren der Schöpfung nicht. Ihnen geht es jetzt darum, an ihrer Atmung, der Stimme, dem Ausdruck und der Körpersprache zu feilen, damit sich keiner anschließend auf der Bühne blamiert.

Der Großteil der Laiendarsteller hat gar keine Bühnenerfahrung. Mirjam Hinterseher stand aber schon mehrfach in der Bütt und hat deshalb keine Scheu, vor Publikum aufzutreten. „Die Gruppe gefällt mir gut“, stellt sie fest. Marei Eisenbarth schloss sich der Gruppe an, weil sie neue Leute kennen lernen wollte. Die ehemalige Schulleiterin kam aus Gelnhausen nach Himbach. „Das Theater an der Schule war schon immer mein“, sagt sie. Rentnerin Gerlinde Seipel agierte bislang nur in Krippenspielen. „Ich wollte schon immer einmal Theater spielen“, gibt sie einen Herzenswunsch zu. Erfahrung bringt Stephanie Richter mit. Die Lehrerin spielt in der schulinternen Theatergruppe mit den Kindern mit und möchte jetzt noch etwas dazu lernen.

Mit Sylvia Oster, nicht nur bekannt durch ihre Auftritte mit dem Theater „TheodoBo“, fanden sie eine erfahrene Schauspielerin und Regisseurin, die es versteht, den Laienschauspielern Mut zu machen, damit sie einen bestimmten Charakter auf der Bühne überzeugend präsentieren können. Doch zunächst absolvieren die Teilnehmer ein kleines Aufwärmprogramm. Die Vokale werden ähnlich wie bei einem Chor, der sich einsingt, in einer für jeden Akteur eigenen Tonlage vorgebracht. Danach wird durch die Halle gelaufen, auf Kommando müssen unterschiedlich große Gruppen gebildet, Berührungsängste abgebaut werden. Und schließlich soll sich jeder einen Satz ausdenken, diesen dann beim Laufen sprechen. Zum Ende steht die Gruppe im Kreis und jeder trägt seinen Satz vor und wird von Sylvia Oster, falls notwendig, korrigiert.

Die Laienschauspieler erfahren dabei, wie wichtig es ist klar, deutlich und mit Betonung zu reden. Und sie stellten während der Übungen rasch fest, dass kleinste Veränderungen in Betonung, Mimik und Gestik einem gesprochenen Wort oder Satz eine gänzlich andere Bedeutung geben können. Sie geben stets ihr Bestes, um ihre Lehrerin zu überzeugen. „Es muss erst einmal bei Euch ankommen, was ihr sagt“, erläutert Oster geduldig. Wer das farbige Herbstlaub am Baum bewundert und das ausdrücken will, muss den Baum auch vor dem geistigen Auge sehen, erklärt sie weiter. „Dadurch, dass ich mir etwas vorstelle, wirkt es echter“, gibt sie einen weiteren wichtigen Tipp. Und klar und deutlich, mit der passenden Geste untermalt, sagt Chris Marvin Wolf noch einmal seinen Satz von Beginn der Stunde. „Der Ernst Zinn ist an allem schuld.“ Und alle glauben ihm das, so überzeugend bringt er ihn vor.

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"Das ist ein Meilenstein, der uns nach vorne bringen wird"

„Eigentlich können wir morgen mit dem Bau beginnen“, stellte Petra Steinhöfer-Rüdiger, Architektin in der Limeshainer Verwaltung, voller Tatendrang fest. „Die Baugenehmigung für den Dorfladen im Projekt Hof Paul haben wir bereits“, ergänzte Bürgermeister Adolf Ludwig. Grund zur Freude hatten der Rathauschef und seine Mitarbeiterin in jedem Fall.

Denn Peter Rudel vom Fachbereich Regionalentwicklung beim Wetteraukreis überbrachte jetzt offiziell den Bewilligungsbescheid über 131.000 Euro. Das Geld stammt aus dem EU-Leaderprogramm für strukturschwache Regionen, das Projekte im Ostkreis der Wetterau mit Zuschüssen finanziell unterstützt. Rudel zeigte sich angetan von dem Vorhaben, aus der ehemaligen Hofreite im Ortskern Himbachs einen Ort der Kommunikation zu machen: „Es ist ein Leitprojekt für die Region. Man erkennt die nachhaltigen Ansätze, denn es dient der Weiterentwicklung der Dorfgemeinschaft.“

Die Verwirklichung des Hofladens samt Torhaus kostet 278.000 Euro. Zieht man den Zuschuss ab, verbleiben noch rund 147.000 Euro, die von der Gemeinde alleine aufzubringen sind. Das gesamte Projekt mit drei Bauabschnitten wird auf rund 1,2 Millionen Euro geschätzt. Auf dem Anwesen entsteht im ersten Bauabschnitt ein Dorfladen mit Café im linken - von der Straße aus gesehenen - Gebäude der Hofreite. Über das angrenzende Torhaus wird die Verbindung zum Dorfplatz „Die Linde“ vor dem Dorfgemeinschaftshaus und dem Standesamt im historischen Rathaus hergestellt. Der zweite Bauabschnitt sieht eine Kulturstätte in der ehemaligen Scheune vor. Das Wohnhaus, der dritte Bauabschnitt, soll auch als solches wieder genutzt werden.

„Es war kein einfacher Weg, weil es mit Investitionen verbunden ist“, erinnerte Ludwig an die vielen Diskussionen der Gemeindegremien im Vorfeld. „Aber das ist jetzt ein Meilenstein, der uns nach vorne bringen wird“, bedankte er sich bei Rudel. „Wenn man sich nicht selbst um sein Glück kümmert, klappt es auch nicht“, würdigte Rudel die Arbeit aller Beteiligten. Für den Ortskern wird der Hofladen mit seinem Café eine Bereicherung sein. Nicht nur als Ort der Begegnung, sondern auch für viele alte Menschen, die keine Möglichkeit haben, für den Einkauf in die Supermärkte der Umgebung zu gelangen. Für den Rathauschef ist es auch wichtig, junge Leute in die Ortskerne zu holen. Und das erhofft er sich von dem Projekt. Er dankte den Himbacher Vereinen, die mit Veranstaltungen im Hof Paul das Projekt unterstützten und damit bewiesen hätten, dass sich das Anwesen gut als Ort für Feste eigne.

Im nächsten Jahr soll mit den Umbauarbeiten begonnen werden. Auch die örtlichen Vereine sollen mit ihren Vorstellungen in die Planung einbezogen werden.

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Arbeiten werden sehr authentisch erledigt

Geschäftiges Treiben herrschte im Rommelhäuser Wald, wo in den nächsten drei Jahren ein römischer Limeswachtturm aus Stein entstehen soll. Mitglieder des Geschichts- und Kulturvereins Limeshain (GKL) sowie Vertreter anderer Vereine und Bürger nahmen jetzt die nächste Bauphase in Angriff. Dabei wurde das Fundament ausgehoben.

Das Besondere ist, dass die einzelnen Arbeitsschritte beim Bau des Turms so authentisch wie möglich erledigt werden und sich an historischen Vorbildern orientieren. Nicht nur römische Werkzeuge - wie spezielle Spaten, eine Pionieraxt und Körbe - kommen bei dieser experimentellen Archäologie zum Einsatz. Auch Maßeinheiten wie Fuß - 29,6 Zentimeter - und der Satz des Pythagoras halten Einzug in die Berechnungen der Baumeister. Fachlich begleitet wird das durch EU-Fördergelder unterstützte Projekt der Gemeinde Limeshain von der Denkmalpflege des Landes und des Wetteraukreises.

Dem Kreisarchäologen Dr. Jörg Lindenthal machte die Arbeit sichtlich Spaß. Wenn er nicht gerade mit dem Spaten hantierte, machte er sich Notizen oder führte Gespräche mit Architekt Reinhold Melzer, der den Bau engagiert begleitet. Auch Limeshains Bürgermeister Adolf Ludwig packte mit an.

Zunächst galt es, herauszufinden, wie viele römische Soldaten für solche Arbeiten damals notwendig waren. Also hieß es erst einmal für alle Beteiligten: Aufstellen in Vierergruppen an jeder Ecke des geplanten Turms. Dessen Grundriss war bereits abgesteckt, er umfasst 21 auf 21 Fuß oder 6,21 Meter auf 6,21 Meter. Bei den Erdarbeiten - für das Fundament wird eine Vertiefung von genau 88,8 Zentimetern oder drei Fuß gegraben - wurde deutlich, dass bereits jeweils zwei Mann für einen Korb gebraucht wurden, um die schwere Erde wegzutragen. Andere waren damit beschäftigt, Baumwurzeln mit der Axt aus dem nassen Lehmboden zu hauen oder einfach nur zu graben.

Rasch erfuhren die Männer, wie anstrengend und schweißtreibend die Arbeiten vor rund 2000 Jahren für die römischen Soldaten waren. Ernst Grabsch und Christian Seibel sorgten zwischendurch für echtes römisches Flair, als sie passend gekleidet in Tuniken mit einem selbst gebauten Tragegestell auf das Gelände kamen. Das von ihm nachgebaute hölzerne Gestell wurde in Mayen an der Mosel von den Römern genutzt, um Mahlsteine zu transportieren, erklärte Grabsch, der intensiv recherchiert und die Trage anhand einer Abbildung so original wie möglich zusammengebaut hatte.

Für Lindenthal stand bald fest, dass bei den Grabungsarbeiten für das Fundament etwa 20 römische Soldaten im Einsatz waren. „Mehr waren aber nicht von Nöten. Die hätten sich dann nur gegenseitig im Weg gestanden“, lautete sein erstes Fazit. Das Fundament selbst wird nicht betoniert. Basaltsteine werden mit Erde verdichtet und dienen dem Turm als Fundament, erklärte er und kündigte damit schon die nächsten Arbeitsschritte an, die während eines weiteren Aktionstages erledigt werden sollen.

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Ausflug in die Limeshainer Geschichte auf dem Drahtesel

Archäologische Radtour mit Landrat Arnold und Dr. Lindenthal entlang der Gemarkungsgrenze

Zur Radtour mit Landrat Joachim Arnold und Kreisarchäologe Dr. Jörg Lindenthal in der Gemarkung von Limeshain unter dem Motto „Auf archäologischen Spuren“ konnten die Gastgeber knapp 30 Pedalentreter am Sportplatz in Hainchen begrüßen. „Wo könnte eine archäologischen Radtour interessanter sein, als hier in Limeshain, wo der Limes sich im Namen der Gemarkung widerspiegelt und wir Spuren der Zeit der Kelten und des Mittelalters finden werden“, begrüßte Arnold die Radler aus Nidda, Höchst, Friedberg, Bergheim, Karben und selbstverständlich aus Limeshain.

Mit von der Partie waren auch Herbert Klug (69) und Lothar Weiß (70) aus Karben. „Wir sind aus Karben per Fahrrad angereist und haben nun schon vor Beginn der eigentlichen Radtour bereits 24 Kilometer hinter uns“, berichteten die durchtrainierten Herren.

„Es freut mich, dass die Tour im Rahmen der Initiative „Ab in die Mitte“ in unserer Gemeinde durchgeführt wird“, sagte der Bürgermeister von Limeshain, Adolf Ludwig. „Wir werden teilweise die Gemarkungsgrenzen abradeln und auf der Strecke viel Interessantes sehen und hören“, machte er neugierig.

Dr. Jörg Lindenthal gab das Startsignal zur achten Radtour-Auflage dieser Art in Richtung „Brenner“. Dieser machte seinem Insider-Namen alle Ehre, führte der erste Streckenabschnitt die Teilnehmer doch über eine steile Anhöhe über die Autobahnbrücke nach Rommelhausen zum Barbarossabrunnen. Hier erzählte die Vorsitzende des Geschichts- und Kulturvereins Limeshain, Christine Kockrick, die mit diesem Platz verknüpfte Sage. So erfuhren die Ausflügler, dass Kaiser Friedrich Barbarossa der Legende nach auf einer seiner Reisen durch Rommelhausen gekommen sein soll und ihm die Einwohner in einem irdenen, beschädigten Gefäß einen Erfrischungstrunk reichten. Daraufhin soll der Kaiser einen Steuererlass gewährt haben. Seiner Großzügigkeit zum Dank sei der Brunnen dann nach dem Kaiser benannt worden.

Nach diesem Abstecher in die oberhessische Sagen- und Mythenwelt erreichte die Truppe im Wald von Rommelhausen den Limes. An der zweiten Etappe - dem Kleinkastell Buchkopf, das einen kleinen Grenzübergang am Limes sicherte - erfuhren die Teilnehmer etwas über die verschiedenen Kulturen „Römisch“ und „Germanisch“ auf den beiden Seiten des Limes und den damaligen Waren- und Ideenaustausch. Am nächsten Halt, dem Rastplatz an der rekonstruierten Limespalisade, konnten die Teilnehmer ihren Durst stillen. Indessen wurden die Entwicklung des obergermanischen Limes und der militärische Aspekt der Anlagen erläutert. Weiter ging es bis zum Bauplatz des Limeswachtturms, wo über das Projekt informiert wurde.

An der Kunstinstallation Schild und Schwert des Wetterauer Kulturpreisträgers Jox Reus bog die Gruppe vom Limesverlauf ab, um wenige Meter weiter im Bereich eines gut erhaltenen vorgeschichtlichen Grabhügelfeldes Informationen über Grabriten in der Stein-, Bronze- und Eisenzeit sowie Erläuterungen zur Siedlungsentwicklung in der Wetterau in diesen Epochen zu erfahren. Der letzte Stopp war am historischen Rathaus im Ortskern von Himbach. Hier gab Bürgermeister Adolf Ludwig Einblick in Geschichte und Geschichten von Himbach.

Nach etwa drei Stunden hatten die Teilnehmer nicht nur 15 Kilometer per Pedale zurückgelegt, sondern einen kurzweiligen Nachmittag in der Archäologie der Landschaft Wetterau erlebt.

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Wandertage mit römischen Impressionen

814 Frischluftgenießer gingen bei der 26. Landesverbandswanderung des Wandervereins „Limestreter“ am 25. und 26.09.2010 ab der Limeshalle in Himbach an den Start, um auf Schusters Rappen die reizvolle Landschaft und die Schönheiten der Natur entlang des Limes in der Gemeinschaft der Wanderfamilie zu genießen.

Der Wanderverein bot vier unterschiedliche Strecken an. Zur Auswahl standen sechs, zwölf, 18 und 30 Kilometer lange Rundtouren mit sechs Kontrollstellen, an denen nicht nur das Passieren der Wandersleut‘ bescheinigt, sondern auch für das leibliche Wohl der Teilnehmer gesorgt wurde.

Neben den „Limestretern“ präsentierte sich am Sonntag an der Kontrollstelle I - dem zukünftigen Nachbau eines historischen Limesturms - der Geschichts- und Kulturverein Limeshain (GKL) im Rahmen der Aktion „Ab in die Mitte“. Hier konnten die Jüngsten mit Haselnüssen ihre Fertigkeit im Zielwurf in einen alten Tonkrug üben. Für die Älteren gab es die Möglichkeit, mit dem Vorläufer des Mühlespiels auf einem Lederstück zu spielen. Unter Anleitung eines römischen Gelehrten - alias Wolfgang Wefers - konnten Groß und Klein das Rechnen mit römischen Zahlen erlernen und das Längenmaß von einem römischen Fuß anhand eines Seils mit der Länge von 29,6 Zentimetern nachempfinden. Dazu gab es lukanische Würstchen und römischen Würzwein.

In Anwesenheit von Bürgermeister Adolf Ludwig und des Präsidenten der Europäischen Volkssport Gemeinschaft Deutschland (EVG-D), Hermann Brozat, fanden in der Limeshalle die Ehrungen der besten Wanderer statt.

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Ein Feldschütz lässt Himbacher ihre Geschichte entdecken

Eine Erlebnisführung mit Markus Karger durch das Dorf findet großen Anklang

Schönes Wetter, viele Menschen und ein guter Darsteller - die Erlebnisführung in Himbach mit Markus Karger wurde zu einem Riesenerfolg. Eingeladen dazu hatte die Gemeinde Limeshain im Rahmen der Innenstadtoffensive „Ab in die Mitte“.
Mit Karger konnte für die Veranstaltung ein renommierter Akteur gewonnen werden. Rund 200 Zuschauer, darunter auch Bürger aus anderen Ortsteilen, begaben sich mit Karger in der Rolle eines Feldschützen auf die Suche nach Kirschendieben.

Viel Lokalkolorit und Wissenswertes aus der Geschichte Himbachs, das vor drei Jahren sein 950-jähriges Bestehen feierte, gehörten zu dem Rundgang, der durch einen Teil der Ronneburgstraße, über die Erbsengasse, an schmucken Gärten vorbei zum historischen Rathaus und dem Dorfgemeinschaftshaus führte und schließlich im Hof Paul seinen Abschluss fand. Gut gelungen war auch die Mitwirkung von Himbacher Bürgern, die Karger in kleinen Nebenrollen unterstützten und in einzelnen Szenen überraschend auftauchten.

„Es ist nicht nur lustig, man lernt auch viel über die Geschichte Himbachs“, kommentierte die in Himbach wohnende Martina Görgl den Rundgang. Einbezogen wurden die Fachwerkbauten und die Anordnung des Fachwerks, wie die Konstruktion „der Wilde Mann“.

Immer wieder beklagte der Feldschütz sein Los als „armer Wicht“, der ganz allein die Kirschen bewachen und den Diebstahl dem Bürgermeister melden müsse. Zunächst verdächtigte er die Himbacher selbst. Es könnten aber auch die „Butschnoasse“, also Hainchener, gewesen sein, meinte er. Diesen Spitznamen haben sie wohl daher, dass sie nahe der Seemenbachaue beheimatet sind und in der Vergangenheit häufig nasse - pitschnasse - Füße hatten, klärte eine Bürgerin Unkundige auf.

Interessantes erfuhren die Teilnehmer so ganz nebenbei über die verschiedenen Religionen in Himbach, über Auswanderer und ein Fachwerkhaus, das ein Himbacher in Enzheim abbaute und in seinem Ort wieder aufbaute. Großes Gelächter kam auf, als der Name Erbsengasse erklärt wurde. „Orbes nannte man früher den Unterleib der Frauen“, merkte Karger an. „Die Erbsengasse war das ,Rotlichtviertel‘ von Himbach“, lachte ein Zuschauer.

Auch die Gerichtsbarkeit und das Kirchenspiel fanden während der erlebnisreichen Führung Erwähnung, immerhin gehörte vor langen Zeiten jeder der heutigen Ortsteile Limeshains einem anderen Kirchenbereich wie auch einer anderen Gerichtsbarkeit an. Immer wieder in den Mittelpunkt des Geschehens rückte der Schreher, ein Himbacher Kaufmann, der unter anderem mit den von Himbachern in mühsamer Arbeit gewebten Stoffen handelte und reich wurde. Von seinen Reisen brachte er Kirschbäume mit. Später kamen weitere Obstbäume dazu, wie der „Himbacher Grüne“, eine Apfelsorte. Zwischendurch schreckte der Feldschütz ein Liebespaar (gespielt von Erik und Nicole Sommer) auf. Sie trug immerhin Kirschen als Ohrschmuck, und beide wurden sofort des Diebstahls verdächtigt. Auch zwei Kinder (Lea Garnau und Laura Ursprung) „ertappte“ der Feldschütz. Aber auch sie hatten nur Kisten in dem Sack, den sie bei sich trugen. Begegnungen mit dem Ortsdiener (Wolfgang Engeln) wie auch mit dem Schreher (Helmut Frank) folgten.

Zwischendurch servierte Brigitte Frank verführerisch duftenden Kirschmichel und es wurde Obstbrand kredenzt. Am Ende der Führung, im Hof Paul, mussten noch Tische und Bänke zusätzlich aufgestellt werden, um dem Ansturm gerecht zu werden. Nachdem sich die Besucher am Mittagstisch gestärkt hatten, trat Karger noch als Landfrau Ursela Kraft aus Stockheim auf und löste erneut Beifallsstürme aus.

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Das Wir-Gefühl ist schon gestärkt

Himbacher feiern mit „Kreuz & Quer“ in der Hofreite Paul – 131.000 Euro Fördermittel aus dem EU-Leaderprogramm

Eine überraschende und gleichzeitig erfreuliche Nachricht hatte Limeshains Bürgermeister Adolf Ludwig während eines Festes im Hof Paul für die Besucher parat. Für den Umbau der Hofreite im alten Ortskern von Himbach fließen Fördermittel in Höhe von 131.000 Euro aus dem EU-Leaderprogramm für strukturschwache Regionen. Den entsprechenden Bewilligungsbescheid habe er jetzt erhalten, sagte der Rathauschef unter großen Beifall.

Anfang nächsten Jahres will die Gemeinde nun damit anfangen, einen Teil der Hofreite abzureißen, um den geplanten Dorfladen zu bauen, weil in dem rund 1.700 Einwohner zählenden Ortsteil keine Einkaufsmöglichkeiten vorhanden sind und gerade ältere Bürger Probleme haben, nach Rommelhausen zum Einkaufen zu gelangen. Die Planungen sehen langfristig außerdem eine Kulturscheune und ein Haus für seniorengerechtes Wohnen vor.

Die Gemeinde hat die Hofreite für 140.000 Euro erworben. Bis alle Projekte realisiert sind, werden es rund 1,2 Millionen Euro an Kosten sein. Deshalb wurden Wege gesucht, an Fördermittel zu kommen, um den Treffpunkt für die Bewohner auf den Weg zu bringen.

Das Hoffest, bei dem die Mundartgruppe „Kreuz & Quer“ aus Gedern für die musikalische Unterhaltung sorgte, fand im Rahmen des Landeswettbewerbs „Ab in die Mitte 2010“ statt, bei dem Limeshain mit dem Motto „Limeshain - einfach grenzenlos gut“ zu einem der Landessieger gekürt worden war. Mit der Initiative sollen Aktivitäten und Veranstaltungen gefördert werden, die Grenzen überwinden und das „Wir-Gefühl“ im Ort stärken. Das Wir-Gefühl scheint in dem Fall bereits gestärkt, denn schon einige Feste und Feiern, deren Erlös stets für den Umbau verwendet werden soll, wurden in der Vergangenheit in der Hofreite veranstaltet, Wanderungen fanden dort ihren Abschluss. Und jedes Mal sorgten viele freiwillige Helfer für das Gelingen, so auch jetzt. Mitglieder des Geflügelzuchtvereins, vom Tennisverein, der Freiwilligen Feuerwehr und aus der Gruppe der Kanufahrer kümmerten sich um das Wohl der Gäste.

Mit ihren Liedern in oberhessischer Mundart sorgten Edu Höhl, Stephan Stiebeling und Jochen Lukarsch für beste Stimmung im Publikum. Die drei Männer sangen von ihren Problemen mit dem anderen Geschlecht, nahmen sich selbst aber auch aufs Korn, besangen die großen und kleinen Marotten der Menschen und forderten mit dem Lied vom „Dorschd“ nebenbei den Bürgermeister auf, den Musikern ein Körbchen Bier zu spendieren.

„Wir wollen mit unserer Musik die Mundart aufrecht erhalten“, sagte Edu Höhl am Rande des Festes. Insbesondere Stücke der Gruppe Fäägmeel, die vor fünf Jahren ihren Abschied gab, finden Verwendung bei den Auftritten von „Kreuz & Quer“, die teilweise zu Melodien bekannter Lieder gesungen werden. Doch auch mit Kölschen Stimmungsliedern bringen die Männer um Höhl ihr Publikum zum Mitsingen, schunkeln und klatschen. So herrschte im Hof Paul beste Stimmung unter den Besuchern bei einem gelungenen Abend.

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Die Wetterau freut sich auf eine
neue kulturhistorische Attraktion

Spatenstich für Limes-Wachtturm im Wald von Rommelhausen - "Ab in die Mitte-Projekt"

„Es ist so weit, wir bauen einen Limes-Wachtturm.“ Gutgelaunt begrüßte Limeshains Bürgermeister Adolf Ludwig Vertreter aus der Kommunalpolitik, der Landes- und Kreisarchäologie, der heimischen Wirtschaft, der beteiligten Baufirmen, der Gemeindegremien sowie interessierte Bürger auf historischem Grund und Boden im Wald bei Rommelhausen. Dort soll in den nächsten drei Jahren ein an die Römerzeit erinnernder, etwa zehn Meter hoher Wachtturm in der Nähe jener Stelle gebaut werden, auf der einst ein solcher Turm stand und an der der römische Grenzwall verlief.

Mit einem symbolischen Spatenstich fiel am Samstag der Startschuss für die erste Bauphase. Die Gäste bekamen im Zuge eines Aktionstages einen Eindruck, wie die Römer einst einen Wachtturm dieser Art gebaut haben. Darsteller in römischer Kleidung erklärten zum Beispiel sehr anschaulich, welche Werkzeuge damals benutzt wurden.

Die Veranstaltung war zentrales Ereignis des Limeshainer Beitrags zum Landeswettbewerbs „Ab in die Mitte“, bei dem die Gemeinde mit ihrem Motto „Limeshain - einfach grenzenlos gut“ zu den Landessiegern zählte. Weitere Aktionstage sollen folgen, an denen unter anderem Steine geklopft werden, mit Natursteinen aus einem nahen Steinbruch gemauert und das Dach gedeckt wird - so entsteht schließlich der Turm. Wissenschaftliche Unterstützung erfährt die Gemeinde dabei durch die Denkmalpflege des Wetteraukreises und des Landes.

Adolf Ludwig ging in seiner Rede auf die Bedeutung des Limes-Wachtturmes ein. „Das Bauwerk ist eine kulturelle Bereicherung“. Es reihe sich neben dem keltischen Landesmuseum in jene kulturhistorischen Orte der Region ein, die Geschichte erlebbar machten. Die Gemeinde, so der Bürgermeister, trage als einziger Anrainer des römischen Grenzwalls den Limes, den die Unesco 2005 zum Weltkulturerbe erklärt hatte, im Namen und den Turm im Wappen. Auf der gesamten östlichen Wetteraustrecke finde sich keine weitere Turmrekonstruktion. Der Nachbau passe prima in die Regionalparkroute Limes. „Er bildet eine sinnvolle Ergänzung für das Projekt Archäologielandschaft Wetterau“, so Ludwig.
20 der 22 rekonstruierten Wachttürme in Deutschland finden sich am 550 Kilometer langen Limes-Verlauf. „Der geplante Bau in Limeshain soll sich soweit wie möglich an den antiken Vorbildern orientieren“, machte Ludwig deutlich. Dennoch werde den modernen Bauanforderungen Rechnung getragen. So werden Besucher den Wachtturm später besichtigen können.

Schon 1999 hatte der Geschichts- und Kulturverein Limeshain (GKL) die Idee zur Rekonstruktion eines Wachtturms. Diese Idee wurde von einer breiten politischen Mehrheit in Limeshain und auch von vielen Bürgern mitgetragen und verfolgt, erinnerte der Bürgermeister an die Anfänge.

„Sie erleben hier Geschichte in einer Zeit, da Globalisierung ein alles beherrschendes Thema ist“, sagte Landrat Joachim Arnold und betonte die Notwendigkeit „das Erbe für die nächste Generation zu erhalten“. Zur Freude Ludwigs, den Arnold für sein Engagement um das Erhalten von Zuschüssen würdigte, kündigte er an, dass auch die OVAG sich an dem Projekt beteiligen wird. Die stellvertretende Landesarchäologin Dr. Vera Rupp lobte die Menschen vor Ort, die sich schon für die Rekonstruktion eines Limes-Wachtturmes einsetzten, als der Limes noch kein Weltkulturerbe und auch die experimentelle Archäologie noch längst nicht in aller Munde war. Die Vorsitzende des GKL, Stine Kockrick, sah in dem Nachbau ein Projekt für die gesamte Gemeinde. Kreisarchäologe Dr. Jörg Lindenthal gab Einblick in die Vorgehensweise bei der Rekonstruktion. „Die Dauer von drei Jahren Bauzeit bietet allen Interessierten die Möglichkeit, einmal mit anzupacken. Es muss keine bierernste Geschichte werden“, so Lindenthal.

Markus Kissel, Vertriebsleiter der Mitteldeutschen Hartstein Industrie (MHI), überreichte Adolf Ludwig einen ersten Basaltstein, mit dem später der Turm gebaut wird. Die ersten 20 Tonnen liefert das Unternehmen kostenlos, und auch der Rest werde nahezu zum Selbstkostenpreis abgegeben. Finanzielle Unterstützung in Höhe von 2.500 Euro kam bereits von der Sparkasse Oberhessen. Marco Schneider, Vertriebsdirektor des Geldinstituts in Limeshain, sagte, man sei als größter nicht staatlicher Unterstützer der Kultur froh, dabei zu sein.

Die Rekonstruktion des Limeswachtturms kostet 238.000 Euro. Mit 120.000 Euro wird das Projekt aus dem EU-Leader-Förderprogramm für strukturschwache Regionen bezuschusst. Dabei waren unter anderem die ersten Baupläne, erstellt vom mittlerweile verstorbenen Erwin Dietz, eine Grundlage, dass die Mittel flossen, wie Lindenthal in seiner Rede betonte. Adolf Ludwig dankte auch Bernd-Uwe Domes und Klaus Karger vom Regionalmanagement und Verein Oberhessen für ihre Unterstützung bei den Anträgen. Mit 20.000 Euro unterstützt der GKL den Nachbau. Eine beachtliche Summe kam auch von einem anonymen Spender, verriet Ludwig.


Thomas Becker, Mitarbeiter des Landesamtes für Denkmalpflege und Limesbeauftragter, nahm die Gäste beim Spatenstich des neuen Limes-Wachtturms mit auf eine Zeitreise, die in die Mitte des 2. Jahrhunderts nach Christi führte. "Wir stehen jetzt an einer Grenze, die schon länger besteht", bat er seine Zuhörer, sich die Situation vorzustellen. Die Römer haben sich nun zu einer endgültigen Grenzlinie entschlossen und damit zum Bau eines steinernen Wachtturmes. Der Vorgänger aus Holz hatte seinen Dienst getan, fuhr Becker fort. Deshalb wird die örtliche personelle Besetzung an der Genzlinie - die vielleicht aus Altenstadt oder Marköbel kam - mit dem Bau eines Wachtturmes aus Stein beauftragt. Weil zu dieser Zeit keine direkte Gefahr drohte, trugen die Soldaten hauptsächlich Arbeitskluft. Vom naheliegenden Lagerdorf versorgten Frauen die Soldaten mit Essen, malte der Archäologe sein Bild weiter aus. Tatsächlich duftete es nach Grillwürstchen nach römischem Rezept und dem Würzwein Mulsum, beides von Mitgliedern des GKL serviert.

Sich die Szenerie vorzustellen, fiel den Besuchern deshalb gar nicht schwer, standen doch einige passend gekleidete "Römer" auf dem gerodeten Platz im Rommelhäuser Wald. Sie waren dabei, das Gelände für den Bau zu vermessen, ganz authentisch, nach dem römischen Fußmaß, was 29,6 Zentimetern entspricht. Als Maßbänder verwendeten sie wie einst die Römer Seile, in die im Abstand von einem Fuß jeweils Knoten geknüpft wurden. Anwendung fand bei den Berechnungen außerdem der Satz des Pythagoras, a²+b²=c².

Der Startschuss zum Vermessen erfolgte durch einen römischen Verwalter und Beneficiarier, dargestellt von Günter Stelz, der mit Mitgliedern der Darstellungsgruppe Limitanei Taunensis und Tabula Rasa ebenso wie die römisch gekleideten Mitglieder des GKL die Veranstaltung bereicherte. "Auf Anordnung unseres Kaisers, vertreten durch den Statthalter, werden die bisher am Limes in Holz erbauten Wachttürme in Stein erneuert." Denn die Holztürme hatten nur eine kurze Nutzungsdauer, die Brandgefahr war groß und sie mussten ständig ausgebessert werden. "Alle Türme werden weiß verputzt und mit rotem Fugenstrich versehen, um den Barbaren die Überlegenheit Roms ständig vor Augen zu führen. ...die Besetzung besteht aus sechs milites-cohortis. Im Namen des Imperators Caesar", schloss der römische Verwalter seine Ansprache. Als mit Weihrauch umhüllte römische Priesterin erflehte anschließend Annette Miksch den Segen Jupiters, dem Göttervater und Gott des Lichts und des Himmels. Den wohlklingenden Abschluss sezte Trompeter Hagen Pätzold. Auf dem Cornu huldigte er mit einer Hymne der Schicksalsgöttin Nemesis.

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Von Römern, Barbaren und dem Limes

Mit dem lateinischen Gruß "Salve!" begrüßten die Betreuer der Jugendpflege Limeshain ca. 40 Kinder am historischen Nachbau des Limes-Teilstückes in Limeshain-Rommelhausen. Gemeinsam mit einem "waschechten" römischen Legionär träumte man sich dort in eine andere Zeit.
Kindgerecht und spannend, berichtete der Römer vom Leben vor und hinter dem Limeswall.

Eine wichtige Frage war: "Was spielten eigentlich die römischen Kinder?". Ein paar Bohnen oder kleine Steine, ein Ball, ein Stock, ein Reifen oder eine lange Leine genügten den Kindern für ihren Spielspaß. Die Älteren benötigten fast noch weniger. Besonders beliebt waren damals Würfelspiele und Brettspiele. Ein uns gut bekanntes Spiel, die Mühle, war auch damals schon unter dem Begriff „merels“ bekannt.
Eine besondere Attraktion war, als der Legionär dann auf seinem historischen Cornu spielte. Unter Kürass (Brustpanzer) und Helm verbirgt sich der Barocktrompeter Hagen Pätzold. Der hat das Instrument selbst nach gebaut. Als Vorbild hatte er einen Fund aus der Ascheschicht, die der Ausbruch des Vesuv im Jahr 79 über der Stadt Pompeji hinterließ.

Nach und nach stellte sich heraus, dass der Legionär ein Germane war. Der Traum vom leichteren Leben hatte dazu geführt, dass er bei den Römern jenseits der Grenze angeheuert hatte.
Nach einer kurzen Wanderung auf der Regionalparkroute Limes, erreichte die Truppe dann die ehemalige Heimat ihres Berichterstatters - Germanien! Man schlug erneut ein Lager auf, um eine Idee davon zu bekommen, wie das Leben der Chatten, Vandalen, Bataver oder Franken (um nur ein paar zu nennen), ausgesehen haben könnte. Die "Germanenstämme" im Limeshainer Wald waren dazu der geeignete Ort.

Nach vielen Spielen und Musik, Fragen und Antworten ging ein sonniger Tag zu Ende und alle sind froh, dass der Limes keine Grenze mehr ist...

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