Der Kurpark erfährt zur Landesgartenschau Oberhessen 2027 eine Renaissance. Die Trinkkuranlage wird derzeit saniert, die Schwefel- und Lithiumquelle erhalten ein neues Gesicht. Die sanitären Anlagen werden erneuert, das Wegenetz wird Schritt für Schritt verbessert und ein neuer großer Abenteuerspielplatz entsteht. Zu den großen Vorhaben gehört auch der Landgrafenteich. In den vergangenen Jahren haben Totholz und eine bis zu 1,60 Meter mächtige Schlammschicht dazu geführt, dass der Charme des Gewässers deutlich gelitten hat und das Ufer teilweise unterspült ist. Zudem sind die denkmalgeschützten Eichen am Rand des Teiches durch die instabile Böschung gefährdet. Ziel der Sanierung ist es, den Schlamm zu entfernen, das Ufer und die Bäume mit Natursteinen dauerhaft zu sichern und den Teich in seiner ursprünglichen Form wiederherzustellen. Im Vorfeld versicherte man sich durch umfangreiche Untersuchungen, dass im Grund und Boden weder Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg noch Schadstoffe enthalten sind. Das Kurzentrum ist nachträglich in die Förderkulisse des Programms „Lebendige Zentren“ aufgenommen worden. Dadurch wird ein großer Teil der Sanierungskosten vom Land übernommen.
Zunächst wird der Bereich um den Landgrafenteich abgesperrt. Davon betroffen ist auch der Fußweg zwischen der Roland-Krug-Straße und dem Haus am Landgrafenteich. Die Roland-Krug-Straße selbst bleibt während der gesamten Bauzeit frei befahrbar.
Um den Schlamm zu entfernen, wurde im vergangenen Herbst während eines Feldversuchs die Effizienz eines großen Saugbaggers getestet. Nun wird die Firma Böwingloh und Helfbrand aus Verl mit einer kombinierten Methode den Weiher entschlammen. Ein Großteil des Materials wird in einem provisorisch aufgestellten Becken zwischengelagert, um dort abzutrocknen. Die Uferbefestigung erledigt die Wenzel-Gruppe aus Birstein.
Voraussichtlich Ende März beginnen die Gala-Bauarbeiten mit dem Wegebau, den Vorarbeiten für den neuen Spielplatz sowie die Terrassen am Teich. Dafür wird die Absperrung auf der Achse zwischen Stahlquelle und Landgrafenteich ausgeweitet. Der Weg von der Stahlquelle in Richtung Gradierbau bleibt zunächst weiterhin nutzbar. Die Stadt Nidda wird im weiteren Verlauf die Wege im Unteren Kurpark abschnittsweise sanieren. Dadurch müssen Fußgänger mit weiteren Einschränkungen rechnen.
Die Stadtverwaltung Nidda und die Landesgartenschaugesellschaft bitten Besucherinnen und Besucher um Verständnis für die Umwege. Der 1826 angelegte Kurpark ist seit jeher ein besonderer Ort. Seine Infrastruktur ist jedoch an vielen Stellen deutlich in die Jahre gekommen. Die heutigen Anforderungen an die Begehbarkeit und als Ort für Veranstaltungen sind heute andere als zum Beispiel vor 50 Jahren. Mit der behutsamen Sanierung und dem Bau des neuen Spielbereichs wird er nicht nur verschönert, sondern für Jung und Alt erlebbar – ein Nutzen, der bleibt.
