Den Wald als Lebensraum inszenieren – ein Projekt der Landesgartenschau


Auslöser waren Wünsche und Vorschläge aus der Bevölkerung, die im Rahmen der Diskussionen über die anstehende interkommunale Landesgartenschau 2027 (LGS) an die Gemeinde herangetragen wurden, berichtet Bürgermeister Adolf Ludwig anlässlich der Übergabe des Förderbescheids durch die Erste Beigeordnete des Wetteraukreises, Birgit Weckler, im Limeshainer Rathaus. Mit 54.102 Euro wird das insgesamt 67.627 Euro teure Projekt bezuschusst, was einer Förderquote von rund 80 Prozent entspricht. Und so war die Freude groß in Limeshain, als man diese positive Nachricht erhielt. Umgesetzt wird die Maßnahme in Zusammenarbeit mit Frank-Uwe Pfuhl von Landkonzept, dem Fachbüro für ökologische Planung und Regionalentwicklung und HessenForst. Ziel ist es, Besuchern Wissen über die Waldnutzung zu vermitteln. Immerhin diente der Wald in früheren Zeiten vor allem als Brennholz-Lieferant, war Nahrungsquelle. Inzwischen wird er oft als Erholungsraum und für Freizeitaktivitäten genutzt. In den Mittelpunkt rückt mittlerweile verstärkt der Naturschutz. Alle Faktoren müssen unter einen Hut gebracht werden, auch dass soll den Besuchern und Besucherinnen vermittelt werden.

Nicht nur thematische Informationstafeln und Audioführer werden Bildung und Erlebnis verbinden und das Wissen über den Lebensraum Wald vermitteln. Zahlreiche interaktive Stationen lassen den Aufenthalt im Wald zu einem informativen und unterhaltsamen Erlebnis werden. Geplant sind Tierspuren, die aus unterschiedlichen Richtungen zu einem zentralen Platz führen, an dem die passenden Tiersilhouetten mehr Aufschluss über das jeweilige Waldtier geben. Als Klassiker aus der Naturpädagogik lädt eine Sprungkiste dazu ein, zu testen, wie weit man springen kann. Ein Baumstamm als Maßband zeigt die Weite an und vergleicht sie mit den Distanzen von sprungstarken Tieren. Auch ein Tierartenmemory wird Jung und Alt begeistern. Zwei Hochsitze in Form von überdimensional hohen Stühlen, die einen erhöhten Blick in den Wald bieten, können erklettert werden. Und eine sogenannte „Hexenring“-Sitzgruppe aus unterschiedlich großen, aus Holz geschnitzten Pilzen, mit typischen Farben und Mustern geben Einblick in die Vielfalt von Pilzen. Kunstobjekte, die Blatt- und Tiersilhouetten oder typische Baumarten wie Eiche oder Buche, zeigen, ergänzen ebenfalls das Erlebnis Wald. Einzelbänke entlang des Weges für eine kurze Rast gehören ebenso dazu, wie Ruheliegen für das Waldbaden.

Weckler zeigte sich von den Ideen angetan. Und ganz besonders freute sie, dass die Maßnahme von der Bürgerschaft wie von den politischen Gremien getragen wird. Dem stimmte Ludwig zu. Das Vorhaben LGS habe in der Gemeinde Dinge angestoßen, die sonst vielleicht nicht in Angriff genommen worden wären. In allen drei Ortsteilen werden Projekte entwickelt, mit großartiger Unterstützung von Vereinen und engagierten Personen, betonte er.

LEADER steht für die Verbindung von Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft und ist ein Entwicklungsprogramm der Europäischen Union und des Landes Hessen zur Stärkung und Weiterentwicklung ländlich geprägter Regionen. Wesentliche Grundlage ist das Engagement der Regionen, ihrer politischen Entscheidungsträger und ihrer gesellschaftlichen Gruppierungen.