Mit Herz und Engagement für die Gemeinde


Beide Rathauschefs betonten den Bedarf einer Gemeindepflegerin in ihren Gemeinden. Rund 20 Prozent der Einwohner in Limeshain sind über 65 Jahre alt. Und auch in Altenstadt zeigt sich eine ähnliche Quote. Das bedeutet nicht, dass nun jeder Hilfe braucht. Aber es ist ein Indikator, so Ludwig und Imhof. Weil im Alter und bei gesundheitlichen Veränderungen viele Fragen entstehen, ist es wichtig, sich präventiv über mögliche Hilfsangebote zu informieren. Vanessa Schmidt-Faust berät zu Themen rund um Pflege, Unterstützungsangeboten und Entlastungsmöglichkeiten für Angehörige. Sie hilft bei der Antragsstellung zu sozialen, gesundheitlichen und pflegerischen Leistungen und der Vermittlung von Hilfsangeboten. Die Beratung mit den betroffenen Menschen ist vertraulich, kann mit den Angehörigen erfolgen und ist kostenfrei. Neben der vorbeugenden Beratung besteht ihre Aufgabe aber auch darin, Menschen zu unterstützen, möglichst lange ein selbstständiges Leben führen zu können. Auch hofft sie, der Einsamkeit, von der ältere Menschen betroffen sein können, vorzubeugen und entgegenzuwirken. Bei ihren Besuchen könne sie auch mögliche psychosoziale Problemlagen aufdecken und Zugang zu bedarfsgerechten Hilfen ermöglichen, sagt Vanessa Schmidt-Faust.

Bei Erstbesuchen geht es zunächst um die Einschätzung der Alltagskompetenzen und den emotionalen Zustand der Bürgerinnen und Bürger. Außerdem werden die Menschen zu ihrer häuslichen, sozialen und finanziellen Lage befragt, und ob es bereits Hilfs- und Unterstützungsleistungen wie Pflegedienste oder Essen auf Rädern gibt. Aus diesen Gesprächen wird gemeinsam mit den Betroffenen ein individueller Plan mit Unterstützungsangeboten erstellt samt Kontakten zu entsprechenden Ämtern, Anbietern und Dienstleistern. Vorrang hat die Hilfe zur Selbsthilfe mit ihrer Begleitung, betont Vanessa Schmidt-Faust. 

Die Gemeinde Altenstadt hatte federführend die Antragstellung für einen Gemeindepfleger oder eine Gemeindepflegerin übernommen. Ein Jahr lang habe man auf den Förderbescheid gewartet, im September sei die Zusage gekommen und man habe die Stelle ausschreiben können, berichtete Imhof. Gefördert wird die Stelle hinsichtlich der Personalkosten vom Wetteraukreis und dem Hessischen Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege. Die Kommunen tragen die Sachkosten. Die Aufteilung der Stelle in zwei Drittel für Altenstadt und ein Drittel für Limeshain wurde anhand der Einwohnerzahl beider Kommunen festgemacht. Die Gemeindepflegerin bleibe in ihrer Arbeit aber flexibel. Jetzt gelte es, Vanessa Schmidt-Faust in beiden Gemeinden bekannt zu machen, unter anderem durch deren Besuche in Seniorenclubs, dem Babbelcafé und dem Dorfcafé in Limeshain.

Zu erreichen ist sie per email unter gemeindepflegerin@altenstadt.de oder schmidt-faust@altenstadt.de und telefonisch unter 06047/8000-42 oder 0159 01329046.