Gefördert wurde das Projekt vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur im Rahmen des Programms LandKulturPerlen, berichtete Jugendpflegerin Victoria Galic, die den Workshop organisierte. Angeleitet wurde die Gruppe von den beiden Sozialarbeitern Simon Kneip und Maik Donsbach von AchtK (Achtung Kunst), einem gemeinnützigen Verein aus Bad Nauheim, der Projekte in den Bereichen kulturelle Jugendbildung, Erwachsenenbildung und Kunst im öffentlichen Raum realisiert.
Das erste Wochenende diente vor allem dem Erlernen der Sprühtechnik und der Entwicklung der Motive. Zunächst probierten sich die Teilnehmenden in der Sprühtechnik aus, bis schließlich die Garagenrückwand mit verschiedenen Motiven und Formen verziert war. Die Motive dienten gleichzeitig auch als Grundlage für die weitere Arbeit, erläuterte Donsbach. Nach dieser praktischen Einführung wurde die Wand fotografiert und die Gruppe wechselte zur weiteren Planung in das angrenzende Dorfgemeinschaftshaus. Dort wurden eigene Ideen entwickelt und Skizzen für die spätere Wandgestaltung angefertigt. Dabei konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre individuellen Vorstellungen einbringen und gemeinsam an einem Gesamtkonzept arbeiten. Wichtig war dabei, den Bezug zum Projekt zu erhalten und die Themen Römer, Blumen, Wald oder auch Streuobst in den Motiven zur Geltung zu bringen. Dann wurden die verschiedenen Entwürfe eingescannt und mithilfe eines Beamers auf die Wand projiziert. Auf diese Weise konnten die einzelnen Motive miteinander kombiniert, in ihrer Größe angepasst und zu einem harmonischen Gesamtbild angeordnet werden. Die Entwürfe wurden bereits virtuell auf den zuvor besprühten Garagenrückwänden platziert. Dadurch konnten die Teilnehmenden einen realistischen Eindruck davon gewinnen, wie die einzelnen Motive später an der Wand wirken würden. Gleichzeitig diente die Projektion als Orientierungshilfe für die spätere Umsetzung mit der Sprühdose.
Am zweiten Wochenende stand die praktische Umsetzung des gemeinsam entwickelten Entwurfs im Mittelpunkt. Die Gruppe sprühte die sogenannten Outlines – das sind die Umrisse der geplanten Motive – auf die Garagenrückwände. Dabei nutzten sie die zuvor erarbeiteten Skizzen und die Projektion als Orientierung. Schritt für Schritt entstand so die Grundlage für das endgültige Wandbild. Am letzten Tag des insgesamt viertägigen Workshops füllten sie die vorbereiteten Motive mit Farbe aus und arbeiteten die einzelnen Gestaltungselemente weiter aus. Abschließend erfolgte der Feinschliff: Konturen wurden nachgearbeitet, Übergänge verbessert oder Details noch ergänzt, sodass ein geschlossenes und harmonisches Gesamtbild entstand. Zu sehen sind nunmehr florale Muster und Elemente mit einem Bezug zur LGS mit Motiven, die auf die römische Geschichte von Limeshain und den regionalen Bezug zum Limes aufmerksam machen. Dadurch entstand ein Kunstwerk, das sowohl den Gedanken der Landesgartenschau Natur, Pflanzen und florale Gestaltung, als auch die historische Identität der Gemeinde aufgreift. Besonders wichtig war dabei der gemeinschaftliche Charakter des Projektes. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren nicht nur an der praktischen Umsetzung beteiligt, sondern konnten bereits bei der Ideenentwicklung und Planung ihre eigenen Vorstellungen einbringen. Vom ersten Umgang mit der Sprühdose über die Entwicklung eigener Skizzen bis hin zur Umsetzung an der Wand erlebten sie den gesamten Entstehungsprozess eines großformatigen Graffiti-Kunstwerkes aktiv mit. Mit den neu gestalteten Garagenrückwänden ist eine sichtbare und langfristige Bereicherung des öffentlichen Raumes entstanden. Gleichzeitig wurde durch die gemeinsame kreative Arbeit der Austausch innerhalb der Gruppe gefördert, zog Victoria Galic ihr Fazit.
