Mit dem Turbo zum Radweg


Dritte Radtangente durch Oberhessen

Der Radweg wird von Nieder-Seemen bis Lindheim führen und Gedern, Kefenrod, Büdingen, Limeshain und Altenstadt miteinander verbinden. Zusammen mit dem Vulkanradweg ergibt sich eine rund 69 Kilometer lange Rundtour. Neben Vulkanradweg und Niddaradweg R4 ist es damit die dritte touristische Radwegetangente in Oberhessen.

Einen entscheidenden Schub gab die Landesgartenschau, die im kommenden Jahr in Oberhessen stattfindet. Geschäftsführer Florian Herrmann brachte 2025 die unterschiedlichen Akteure an einen Tisch. „Das Projekt zeigt, was eine Landesgartenschau bewegen kann“, sagte Herrmann. Noch vor knapp zwei Jahren habe er selbst kaum geglaubt, dass die vielen Teilstücke bis zur Gartenschau umgesetzt werden könnten. Dann sei das Projekt im Rahmen der jährlichen Prioritätsmeldung des Landkreises an das Land kommuniziert worden. „In einem irren Tempo für solche Planungsprozesse“ sei es vorangegangen, schildert Herrmann.

 

Gemeinde Kefenrod profitiert besonders

Die Landesgartenschau habe viele Projekte, doch dieses sei ein besonderes. Der Vulkanradweg und Fernradweg R4 zeigten bereits, welchen touristischen Mehrwert gute Radwege für die Region haben. Das Seemenbachtal biete sich für eine weitere Verbindung geradezu an.

 

Besonders Kefenrod profitiere: Die Gemeinde sei bislang im Radwegenetz kaum angebunden und verfüge weder in Richtung Gedern noch Büdingen über eine durchgehende gute Verbindung. „Mehr Interkommunalität geht gar nicht“, sagte Herrmann.

Landrat Jan Weckler sieht den Radweg als Beispiel dafür, was die Landesgartenschau auch außerhalb der beiden großen Ausstellungsgelände bewirkt. Projekte würden umgesetzt, die ohne die LGS deutlich länger gebraucht hätten, teurer geworden oder möglicherweise gar nicht realisiert worden wären. Der Radweg sei „einer von vielen kleinen Mosaiksteinen“, die die Nachhaltigkeit der Gartenschau zeigten. „Dieser Radweg bleibt und verbindet das komplette Seemental.“

Auf einmal ging‘s. Gederns Bürgermeister Guido Kempel lobt die Straßenbehörde Hessen Mobil. Fotos: LGS/Lenz

 

Landesgartenschau als Türöffner

Wie schnell es diesmal ging, überraschte auch Gederns Bürgermeister Guido Kempel. Gerade aus Flurbereinigungsverfahren wisse man, wie lange solche Prozesse dauern könnten. „Die LGS war der Türöffner“, sagte er. Gedern kenne den Wert eines gut ausgebauten Radwegs bereits. Mit der neuen Verbindung in Richtung Büdingen entstehe nun eine attraktive Tagesroute. Auch Büdingens Bürgermeister Benjamin Harris stellte den interkommunalen Gedanken heraus. Die Landesgartenschau habe gezeigt, was möglich sei, wenn Kommunen das „Kirchturmdenken“ überwinden. „Wir haben gemerkt: Wenn wir uns zusammentun, können wir mehr erreichen.“

 

Bauarbeiten in vollem Gange

An mehreren Stellen wird inzwischen gebaut. Hessen Mobil setzt zwischen Rinderbügen und Wolferborn einen 2,50 Meter breiten straßenbegleitenden Radweg um. Gleichzeitig wird die L 3010 einschließlich der Ortsdurchfahrt Wolferborn auf rund 1,7 Kilometern grundhaft erneuert. Zwischen „Am Hain“ und „Am Hammer“ in Büdingen entsteht auf rund 200 Metern eine sichere Querung der Landesstraße. Für die weitere Führung durch das Tal in Richtung Rinderbügen soll eine Machbarkeitsstudie aus drei Varianten eine Vorzugslösung ermitteln. Auch in Kefenrod laufen die Arbeiten. Die dortigen Abschnitte sollen nach aktuellem Stand im September fertig sein. Im Gederner Bereich zwischen Burgbracht sowie Nieder-, Mittel- und Ober-Seemen stehen weitere rund drei Kilometer an. Der Baustart ist für Ende August vorgesehen, die Bauzeit beträgt voraussichtlich etwa zwei Monate. Die Baumaßnahmen in Kefenrod und Gedern werden vom Amt für Bodenmanagement koordiniert und durchgeführt.

 

INFO: Der Seemenbach-Radweg
Länge:
circa 37 Kilometer. Zusammen mit dem Vulkanradweg entsteht eine Rundtour von rund 69 Kilometern. Entlang der Route leben rund 21.000 Menschen, darunter etwa 8.400 Berufstätige und 4.200 Schülerinnen und Schüler.
Verlauf: Die Strecke verbindet die LGS-Kommunen Gedern, Kefenrod, Büdingen und Limeshain sowie ergänzend Altenstadt. Vorhandene, überwiegend asphaltierte Wege werden einbezogen. Teilstücke sind geschottert oder führen über Waldwege. Neue Abschnitte schließen bestehende Lücken.
Beteiligte: Landesgartenschau Oberhessen 2027 gGmbH, Hessen Mobil, Wetteraukreis, Amt für Bodenmanagement, Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Regionalentwicklung im Wetteraukreis, Verein Oberhessen sowie die beteiligten Kommunen Gedern, Kefenrod, Büdingen und Limeshain und die Gemeinde Altenstadt.