Streuobstkommune 2026 


Die Gemeinde wurde schon vor gut 20 Jahren von der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) als Kommune „mit den größten Streuobstwiesen drum herum“ bewertet, erinnerte sich Ludwig in seiner Begrüßung. Doch mit dem gesellschaftlichen Wandel wurde das Interesse am Erhalt dieser wertvollen Biotope geringer, einige Flächen drohten zu verfallen. Doch das Bewusstsein für die Natur nahm allmählich wieder zu und nicht zuletzt die Ausrichtung der interkommunale Landesgartenschau in 2027 war ein Katalysator, der etwas bewegen konnte. Neben dem Streuobstlehrpfad in Hainchen und Himbach, kann die Betreuungsschule der Grundschule den Kindern das Thema näherbringen. Denn die Gemeinde erwarb Acker- und Streuobstflächen, die von der Betreuungsschule genutzt werden. Außerdem wurden zuletzt auf freiwilliger Basis der Besitzer von Streuobstwiesen durch einen Pomologen Apfelsorten bestimmt, auch um einen Überblick über die Sortenvielfalt zu erhalten. „Und wir haben den Himbacher Grünen“, sagte Ludwig und wies stolz auf die alte Apfelsorte hin, die rund um die Gemeinde wächst. Er dankte der Führungsriege der Natur- und Vogelschützer wie auch dem Traditionsverein Hainchen, der auch Obst- und Gartenbauverein ist, für die Unterstützung bei der Beantragung der erhofften Auszeichnung, mit dabei Chris Marvin Wolf vom Traditionsverein und Karl-Heinz Margraf vom Natur- und Vogelschutz in Hainchen. Ein Dank ging auch an die politischen Gremien, die hinter dem Streuobstkonzept stehen, sowie an den Bauhof der Gemeinde, der viele Arbeiten rund um die Streuobstwiesen begleite.

Kötter, selbst Eigentümer einer Streuobstwiese, bescheinigte Limeshain, „mit Eurem Konzept auf dem richtigen Weg zu sein. Die Pflege ist wichtig, Ihr macht das vorbildlich. Dieses Engagement macht unsere Heimat aus“. Kurz blickte er zurück auf die Entscheidung des Regionalverbands im Jahr 2018 nicht allein als planerischer Verband zu wirken, sondern in die Fläche zu gehen. Es wurde die Stelle eines Streuobstbeauftragten eingerichtet, die Apfelweinroute wurde wieder ertüchtigt, das regelmäßig erscheinende Infoblatt „der Apfelbote“ bekam einen neuen Anstrich. Gerade in der Wetterau, die landesweit mit die größten Streuobstflächen hat, muss das Thema im Fokus bleiben. Er begrüßte es, das Limeshain die Jugend mit einbezieht. „Mindestens einmal während der Schulzeit sollten Kinder sich damit beschäftigen“, betonte er.

Dem fröhlichen Anlass entsprechend servierte Margraf selbst gekeltertes sortenreines Stöffche aus dem Himbacher Grünen. Und bei Grillwürstchen und Grillgemüse von Grillmeister Erich Zinn ließen die Gäste den Abend mit fachlichen Gesprächen ausklingen.

Bild (Gemeinde Limeshain) – v.l. Chris-Marvin Wolf vom Traditionsverein und OGV Hainchen, Karl-Heinz Margraf von der Natur- und Vogelschutzgruppe Hainchen, Bürgermeister Adolf Ludwig und Christian Dietzel, der Vorsitzende Gemeindevertretung Limeshain freuen sich über die Auszeichnung Streuobstkommune 2026, die Rouven Kötter, Erster Beigeordneter des Regionalverbands Frankfurt RheinMain, überreichte