
Unter großer Aufmerksamkeit eines interessierten Publikums wurde jetzt im Rahmen eines Römerfestes an historischer Stätte, am Limeswachtturm, das Projekt „Zeitreise“ entlang der Regionalparkroute Limes offiziell gestartet. Mit dabei waren Vertreter des Regionalpark RheinMain, des Wetteraukreises, der Kreisarchäologie, der benachbarten Kommunen sowie der Limeshainer Gemeindegremien, die Bürgermeister Adolf Ludwig willkommen hieß. Wie auch in den weiteren Grußworten hervorgehoben wurde, betonte er den Einsatz der sogenannten Augmented Reality, eine Technik, bei der reale und virtuelle Welten verschmelzen und die ein Eintauchen in die Römerzeit ermöglicht. Für seine Gemeinde Limeshain sei es „eine tolle Geschichte“, auch mit Blick auf die im nächsten Jahr stattfindende interkommunale Landesgartenschau (LGS). „Das Projekt Zeitreise steigert nochmals die Attraktivität dieses Limesabschnitts hier im Wald von Limeshain mit Palisade, Graben und Wall und dem rekonstruierten Wachtturm samt dem mit Holzskulpturen versehenen Limesrundweg“. Ludwig bedankte sich bei Stine Kockrick, in der Verwaltung für die touristischen Belange zuständig, und Vorsitzende des Limeshainer Geschichts- und Kulturvereins für die Organisation des Römerfests. Ihr zur Seite stand Dominik Pietsch vom Regionalpark RheinMain.

Die Erste Beigeordnete des Wetteraukreises, Birgit Weckler, dankte dem Regionalpark RheinMain, der in Zusammenarbeit mit der Kreisarchäologe des Wetteraukreises, die Zeitreise möglich machte. Hier im Wald bei Limeshain verlief die Grenze zwischen dem römischen und dem germanischen Reich. Die Menschen hatten sich hier angesiedelt, weil die Region mit ihren fruchtbaren Böden landwirtschaftlich wertvoll war. Es ist also ein besonderer Ort für ein tolles Projekt, stellte sie fest. Der Erste Beigeordnete des Main-Kinzig-Kreises, Andreas Hofmann, stellte die Bedeutung der Darstellung des historischen Erbes für Tourismus und Wirtschaft in der Region in den Mittelpunkt seiner Rede und bezog auch die Keltenwelt am Glauberg und die Ronneburg mit ein. „Die Limesroute verbindet uns“. Der Regionalpark RheinMain hat den Auftrag, Angebote für Naherholung und Tagestourismus zu erschließen, sagte deren Geschäftsführer Kjell Schmidt. „Uns geht es um die Menschen, die hier leben, und wer die Region erlebt hat, wird sich für sie einsetzen“. Zum Limes selbst erklärte er, dass die Grenze zwischen Römern und Germanen kaum sichtbar sei, aber entlang der Limesroute durch weiße Stelen und weiß gekalkte Baumstämme sichtbar gemacht wird. Kreisarchäologe Dr. Jörg Lindenthal blickte kurz auf die Geschichte des Wachtturms zurück, der zwischen 2010 und 2013 in weitestgehend authentischer Bauweise und unter großer Beteiligung der Bevölkerung errichtet wurde.

Umrahmt wurden die Grußworte von Hagen Pätzold am Cornu, der auf dem römischen Blasinstrument bis zu 2.000 Jahre alte Weisen der Römer spielte und sang und dabei von Gabi Morato auf einem schellenähnlichen kleinen Instrument, dem Sistrum, begleitet wurde. Mitmachangebote rundeten das Römerfest ab. Mitglieder des Vereins Ars Replika zeigten den Alltag der einheimischen Bevölkerung des Rhein-Main-Gebiets in der römischen Kaiserzeit und wurden bei ihren Handwerksvorführungen vom Publikum umringt und befragt. Typische kulinarische Angebote aus der Römerzeit rundeten die Veranstaltung ab.
Die Regionalpark Limesroute verläuft als rund 43 Kilometer lange Nord-Süd-Route im Osten des Regionalparkgebiets und verbindet die Limesinformationszentren, also Limeshain mit dem Wachtturm, Erlensee mit den Überresten eines Römerbads und Großkrotzenburg am Main. Der Obergermanische Limes ist UNESCO, Weltkulturerbe.

